Samstag, 23. August 2014

Zurück in Deutschland

Inzwischen bin ich ja schon fast zwei Wochen wieder zurück in Deutschland. Das Erste, was ich mir bereits noch im Flugzeug gedacht habe:"Ich will wieder zurück, hier ist das Wetter doof, nass und viel zu kalt". Aber der Pilot hat mich nicht gehört und somit konnte ich nur wenige Minuten später meine Familie und Freunde nach über einem Jahr der Trennung wieder in die Arme schließen. Alleine dafür hat es sich schon gelohnt, sich doch zurück in das kalte Deutschland zu wagen. Die Wiedersehensfreude war echt riesengroß und der Empfang am Flughafen war einfach nur schön.

Die ersten Tage hier in Deutschland waren sehr komisch und so ganz anders wie das Leben in Tansania. Ein persönliches Highlight war der Gang in den örtlichen Supermarkt, bei dem mich glücklicherweise eine Freundin begleitet hat. Alleine wäre ich wohl völlig überfordert gewesen.

Auch wenn ich mich inzwischen schon wieder recht gut eingelebt habe, sehr viel mit meiner Familie und meinen Freunden unternehme und mich auch an dem Luxus erfreue (eine warme Dusche, Waschmaschine und Spülmaschine), so vermisse ich doch schon sehr meine tansanischen Freunde und meine tansanische Familie. Gut, dass es durch das Internet immerhin möglich ist, ab und zu miteinander zu kommunizieren...

Samstag, 16. August 2014

Alles Gute hat einmal ein Ende

Nachdem wir einen wunderschönen letzten Sonntag daheim in Mangaka verbracht haben, hieß es am Montag in aller Frühe Abschied nehmen vom Bruder Samuel. Auch wenn der Abschied sehr schnell verlief, schmerzlos war er definitiv nicht, wir sind in den letzten sieben Monaten wie zu einer richtigen Familie zusammengewachsen. Daher ist es nicht verwunderlich, dass auch Bruder Samuel die Tränen nicht zurückhalten konnte. Wir sind gemeinsam mit Father Colman nach Dar es Salaam gefahren, wo wir, inklusive eines kleinen Zwischenstopps in Kilwa Masoko, wunderschöne letzte gemeinsame Tage verbracht haben. Der Abschied von ihm war dann auch wieder recht schnell, als er uns in der Früh zur Fähre nach Zanzibar gebracht hat. Schnell, aber schweren Herzens. Für mich ist Father Colman wie ein zweiter Vater geworden, er hat sich immer um uns gekümmert und wir konnten super gemeinsam reden und haben sehr viele Sachen gemeinsam erlebt.

Nach einer Woche Erholungsurlaub auf Zanzibar haben wir noch drei letzte Tage in Dar es Salaam verbracht, wo wir uns um die neuen Freiwilligen gekümmert haben. Wir haben ihnen die Stadt und den Strand gezeigt, viele Gespräche geführt und auch so praktische Sachen wie Geld Wechseln und Handykarten Kaufen gemeinsam erledigt.

Am 10. August war es dann so weit und wir haben uns endgültig von Tansania und unseren Freunden verabschiedet. Ich habe sehr viele letzte Telefongespräche geführt, bevor es dann um 18 Uhr in den Flieger nach Deutschland ging. Die Stimmung war sehr melancholisch und auch leicht bedrückt, wegen des Abschieds und des Heimflugs. Andererseits war da aber auch die Vorfreude, nach so langer Zeit endlich wieder die eigene Familie und die besten Freunde zu sehen. Keine Ahnung, wie man diese Gefühle am besten beschreibt, ich glaube, es ist nicht in Worte zu fassen, was ich in dem Moment, in dem ich in das Flugzeug eingestiegen bin, gefühlt habe...

Mittwoch, 6. August 2014

Aller Abschied ist schwer

Bisher ist mir noch kein Abschied hier leicht gefallen, aber besonders schwer wurde es für uns beide am Sonntag, den 27.7. in unserem letzten Gottesdienst. Nach der Kommunion und den gewöhnlichen Ankündigungen hat Father Colman das Wort an die Gemeinde gerichtet und uns nach vorne gebeten. Wir sollten uns von allen verabschieden und hatten die Möglichkeit, persönliche Dinge zu sagen. Obwohl wir bereits im Vorfeld mit Father Colman geklärt hatten, dass fünf Minuten für uns zum Reden viel zu lang sind und wir uns schließlich auf zwei geeinigt hatten, waren selbst diese zu lang. Und so standen wir dann vorm Altar vor der ganzen Kirchengemeinde, die sehr gespannt auf unsere Worte war. Ich wurde als erstes aufgefordert, etwas zu sagen, aber ich war einfach nicht in der Lage. Bereits nach den ersten Worten "Gelobt sei Jesus Kristus" sind mir die Tränen gekommen und ich war unfähig zu sprechen. Die Franzi hat dann die Situation gerettet und noch schnell ein paar Worte gesagt, von wegen, dasss wir uns sehr gefreut haben, es eine wunderschöne Zeit hier war und wir sehr dankbar sind. Dann ist auch sie den Tränen verfallen. Es war ein sehr bewegender Moment, denn noch nie war es so still in der gesamten Kirche, als in dem Moment, in dem die zwei Weißen, die in sieben Monaten zu festen Mitgliedern geworden sind, wegen ihres Abschiedes weinen. Wir haben uns dann wieder schnell auf unsere Plätze geschlichen und Father Colman hat eine sehr sehr lange Dankesrede und Lobeshymne gehalten und anschließend hat die gesamte Kirche für uns applaudiert. Ein wirklich unvergesslicher Moment.
Nach dem Gottesdienst haben wir uns dann noch von ganz vielen Leuten persönlich verabschiedet und haben dabei nur Lob und gute Wünsche zu hören bekommen.

Dienstag, 5. August 2014

Tunawaaga tunawaaga

"Wir verabschieden sie, wir verabschieden sie". Was ist der richtige Abschied von einem Chor? Richtig, ein Abschiedslied. Es war so unglaublich süüüß. sie haben extra Lieder für uns gedichtet, von wegen "wir könne sie nicht gehen lassen, ohne uns gebührend von unseren Schwestern zu verabschieden, kommt gut zu Hause an, grüßt eure Familien, vergesst uns nicht... "
Ja, und dieser Abschied wurde wirklich gebührend gefeiert. An unserem vorletzten Sonntag nach dem Gottesdienst gab es eine Besprechung im Chor. Wir haben davor auch noch nichts gewusst, jedenfalls haben sie ein Abschiedsfest für uns geplant, wer was zum Essen mitbringt, was alles benötigt wird, wann und wo... Wir waren voll baff, weil wir nicht mit so etwas Großem gerechnet hätten. Und auch in den Chorproben der folgenden Woche wurde fleißig überprüft, wer seinen Anteil schon vorbeigebracht hat und was noch benötigt wird. Bei der Probe am Donnerstag haben sie uns dann rausgeschmissen, wir sollen jetzt nach Hause gehen, was sie jetzt vorhätten, gehe uns nichts an. Leider ist unser zu Hause direkt neben der Kirche, sodass es unvermeidlich war, zumidest die Trommeln zu hören.
Und am Freitag war es dann so weit. Wir sind nach dem Mittagessen die ganze Zeit im Haus geblieben, um nichts von den Vorbereitungen mitzubekommen, da bereits um ein Uhr der ganze Kirchenchor (über zwanzig Leute) gekommen ist, Bänke und Stühle aufgebaut  und mit dem Kochen angefangen hat. Wir hatten keine Ahnung, was alles geplant ist, oder wann der "offizielle Teil" losgeht. Also haben wir uns rechtzeitig fertig gemacht und in unserem Zimmer gewartet. Als wir dann ganz laut bekannte Lieder gehört haben, war es wohl an der Zeit, nach draußen zu gehen. Und der Anblick war überwältigend: Der ganze Kirchenchor (auch die ansonsteen eher "Faulen") stand da und hat nur für uns gesungen. Dann waren noch ein paar andere Gäste, wie Pfarrgemeinderäte und Vorstände, da, alles unsere Freunde. Wir haben einen Ehrenplatz an einer Tafel bekommen und dann ging die Feier los.
Nachdem der Chor zur Eröffnung einige Lieder gesungen hatte, kam ein kurzes Gebet vom Father Colman, dann hat der Vorstand eine sehr lange Rede gehalten, wie sehr er sich über unsere Anwesenheit gefreut hat, obwohl er anfangs ehrlich skeptisch war, dass wir uns gut eingelebt haben und das allen Gemeindemitgliedern das Zusammenleben mit uns eine große Freude bereitet hat. Ich konnte leider nicht ganz genau zuhören, da ich die ganze Zeit (immerhin erfolgreich) gegen die aufsteigenden Tränen angekämpft habe. Und dann kam der Abschied vom Chor. Sie haben eine richtige Choreographie einstudiert, mit selbst gedichteten Lieder und nicht nur wir, auch unsere engsten Freunde, haben sich die Tränen verkniffen. Es war so ein rührender Augenblick, egal, wie ich versuche, diesen Moment in Worte zu fassen, es scheint nie alles zu umfassen. Und dann haben wir auch noch ganz viele Geschenke bekommen, sowohl vom Chor als auch von den anderen Gästen. Hier werden Geschenke aber nicht einfach nur übergeben, es wird regelrecht zelebriert. Wir haben traditionelle Kangas, also große Stofftücher bekommen. In einer Art Tanz wurden sie ausgebreitet und schließlich um uns gewickelt. Und dann standen wir nach einer halben Stunde in einige Tücher und Decken eingewickelt und völlig sprachlos da. Es war ein bedrückender Moment, keiner wusste wirklich, was jetzt am besten als nächstes zu tun sei, bis dann schließlich das Essen eröffnet wurde. Wer auch immer gekocht hat, es war wahnsinnig lecker und zum Glück haben sich alle an ihre Abmachungen gehalten, sodass genügend für alle da war und noch viel mehr. Dann hat Father Colman noch eine sehr lange und herzerweichende Rede gehalten, um uns seinen Dank und seine Anerkennung auszusprechen. Und zum Abschluss hat er uns aufgefordert, selbst noch etwas zu sagen. Gut, dass ich mir schon im Vorhinein etwas überlegt hatte und alle waren still und haben erst meinen und dann Franzis Worten gelauscht. Um die trübe Stimmung zu brechen, haben wir dann noch dem Chor unsere Gschenke übergeben. Die Alice, unsere Chorleiterin und beste Freundin hat zuerst etwas ganz persönliches bekommen und anschließend haben wir dem Chor ein kleines Fotoalbum zur Erinnerung an uns überreicht. Als letztes haben wir ihnen noch zwei Körbe mit unseren Klamotten übergeben, wir können sowieso nicht alles mit nach Deutschland nehmen. Dann wurden wir aufgefordert, die Tanzfläche zu eröffnen und es wurde noch bis spät in die Nacht getanzt und gefeiert.

Montag, 4. August 2014

Tulizowea kucheza na walimu

lakini sasa, kucheza na nani? Als die Kindergartenkinder am letzten Tag dieses Lied gesungen haben, war es um mich geschehen und die Tränen kannten kein Ende mehr..

"Wir haben uns daran gewöhnt, mit dem Lehrer zu spielen, aber mit wem sollen wir jetzt spielen?" An die Stelle Lehrer haben sie dann auch noch nacheinander unsere Namen eingesetzt. Die Kinder hatten kein Abschiedsgeschenk für uns, deshalb haben sie ganz viele Lieder gesungen, mit solchen Texten, bei denen sich die Tänen einfach nicht verkneifen lassen. (wir verabschieden uns von euch; mit wem sollen wir jetzt spielen; gute reise; herzlich willkommen)

Wir haben für die Kinder zum Abschied T-Shirts bemalt, mit ihren Namen und unseren Händen, damit sie uns nicht so schnell vergessen. Da gewöhnlich freitags nicht so viele Kinder kommen, haben wir uns bereits am Donnerstag offiziell von ihnen verabschiedet. Aber scheinbar haben die Kinder begriffen, dass wir nur noch Freitag kommen, denn es waren auch da fast alle da. Am letzten Tag haben wir nur noch mit den Kindern gespielt und ganz viel gekuschelt. Die kleinen Kinder haben sich einfach nur gefreut, aber vor allem die großen waren genauso traurig wie wir und wollten nur kuscheln. Gar nicht so einfach, zehn Kinder gleichzeitig auf den Arm zu nehmen.

Kurz vor Schluss haben sie dann eben diese Lieder für uns gesungen und wir haben alle geheult, zuerst ich, dann die Erzieherin und dann auch noch die Franzi. Es war wirklich ein herzerweichender Moment, wie alle KInder zum Abschied gewunken haben...

Dann gab es zur Aufheiterung noch Gummibärchen und dann sind die Kinder nach Hause. Wir sind noch lange mit der Erzieherin zusammengesessen, haben siniert und uns ein wenig unterhalten, was wegen der immer wieder aufkeimenden Tränen nicht einfach war. Sie hat uns dann versprochen, Sonntag Abend noch bei uns vorbeizuschauen, damit wir noch ein paar Sachen besprechen und uns in aller Ruhe verabschieden können.

Dieser Abschied war sicherlich einer der schwersten, die Kinder sind uns so sehr ans Herz gewachsen, wir kennen alle Macken und Vorlieben der Kinder, wissen, wie man sie zum Lachen bringt und kennen auch ihre Familien. Bereits fünf Minuten nachdem sie nach Hause gegangen sind, habe ich angefangen, sie zu vermissen... ... ...

Der Abschied von der Secondari

Ist mir sicher nicht leicht gefallen, da ich mich mit vielen Lehrern richtig gut angefreundet habe, viel Zeit mit ihnen verbracht habe und gemeinsam haben wir sehr viel gelacht. Aber auch über ernste Themen konnten wir gut mit den Lehrern reden und sie haben uns regelrecht über Deutschland und Europa ausgequetscht. Auch nachdem wir nicht mehr unterrichten durften, sind wir regelmäßig am Nachmittag in die Schule gefahren, um unsere Freunde zu besuchen.

So wollten wir es auch am Dienstag machen, aber dann kam von einem Lehrer die Nachricht, wir müssen unbedingt am Donnerstag kommen, die Lehrer hätten etwas für uns vorbereitet. Also sind wir dann am Donnerstag ein letztes Mal auf zur Secondari, zur Feier des Tages in traditionellen tansanischen Klamotten.  Alle haben sich rießig gefreut, als wir angekommen sind.

Wir sind dann zuerst in unsere ehemalige Klasse rein, um uns von den Schülern zu verabschieden. Anfangs war alles noch richtig diszipliniert, wir haben ihnen die Situation erklärt und warum wir jetzt wieder nach Deutschland müssen. Dann gab es  für jeden Schüler kleine Abschiedsgeschenke. Sie haben sich rießig gefreut und wollten uns danach gar nicht aus dem Klassenzimmer gehen lassen. Also nochmal eine Runde durchs Klassenzimmer drehen und sich von jedem Einzelnen verabschieden. Und dann schnell raus aus dem Klassenzimmer, muss ja nicht jeder die Tränen sehen...

Und dann kam der Abschied von den Lehrern. Alle haben sich in einem Stuhlkreis versammelt und der Vorsitzende hat eine Rede gehalten. Dann mussten wir etwas sagen, gar nicht so einfach, alle Gefühle in Worte zu fassen, aber die Botschaft haben sicherlich alle verstanden. Und dann hat jeder einzelne Lehrer sein Herz entleert, sich bei uns bedankt, eine gute Reise gewünscht, und und und....                                          Es ist mir echt nicht leicht gefallen, die Tränen zu unterdrücken, vor allem, als meine besten Freunde gesprochen haben. Aber zum Glück war die Stimmung gut, sodass trotz allem viel gelacht wurde. Und dann haben wir zum Abschied sogar noch typisch tansanische Geschenke bekommen, einen Bastkorb und ein Tanzaniatrikot. So megasüüüüüüüß von ihnen, wir haben uns echt rießig gefreut. Wir hatten natürlich auch kleine Abschiedsgeschenke dabei, die Freude darüber war überschwänglich. Dann wurde der offizielle Teil beendet, ein Teil der Lehrer ist gegangen und wir haben mit unseren Freunden noch ein Fotoshooting gemacht, damit wir ja genügend Erinnerungsfotos haben.

Da wir an diesem Tag auch noch zur Chorprobe mussten, hieß es dann um halb fünf, auf Wiedersehen sagen. Es war echt nicht leicht, weil viele von ihnen weder Facebook noch Email besitzen, sodass es sehr schwer werden wird, weiterhin in Kontakt zu bleiben... Gut, dass sie am Sonntag alle nochmal in die Kirche kommen wollen, sodass wir uns noch einmal sehen werden :)

Sonntag, 3. August 2014

Heri kwa Sikukuu

Das heißt "alles Gute zum Feiertag / Geburtstag". Und das hat Bruder Bogdan als Anlass genommen, um unseren Abschied gebührend zu feiern. Allerdings hatte niemand Geburtstag. Er hat jedoch darauf bestanden, dass wir unseren Geburtstag gemeinsam feiern, da wir beide am gleichen Tag Geburtstag haben, wenn auch erst im August.

Jedenfalls hat er uns in Mangaka besucht und hat zur Feier des Tages eine Ziege mitgebracht, die gegrillt wurde. Es war ein richtig schöner Abend, er hatte sogar ein Geburtstagsgeschenk für mich dabei. Und wir haben ihm sein Abschiedsgeschenk gegeben. Dadurch war die Stimmung natürlich ein wenig gedrückt, aber so hatten wir alle die Möglichkeit, in aller Ruhe zu reden. Und es hat mir persönlich richtig gut getan. Bruder Bogdan und ich sind bis in die späten Abendstunden zusammengesessen und haben uns unterhalten. Er ist in diesem Jahr hier für mich wie ein Großvater geworden, bei Problemen konnten wir immer zu ihm kommen, er hat uns zugehört und wusste meist auch eine Lösung. Besonders in der Anfangszeit, als wir mit den vielen Problemen in Chiungutwa zu kämpfen hatte, war er unser Rettungsanker und er hat uns nach unserem Aufbruch bei sich in Masasi aufgenommen. Er hat sich rührend um uns gekümmert, uns mit ausreichend Arbeit versorgt und uns auch bei Krankenheite jederzeit ohne zu zögern zum Arzt gebracht, alles Eigenschaften eines echten Großvaters.

Der Abschied am nächsten Tag ist uns allen nicht leicht gefallen, aber es war in Ordnung, weil wir wussten, dass wir noch einmal nach Masasi kommen werden.

Was ich an dieser Stelle noch erwähnen möchte: Nicht nur Bruder Bogdan, auch Father James ist wie ein Großvater für uns geworden, er hat sich genauso um uns gekümmert wie Bogdan und wir haben sehr viel Zeit miteinander verbracht. Leider ist er schon vor über einem Monat nach Hause nach Amerika geflogen, um seine Gesundheit durchchecken zu lassen. Wir hatten richtig Glück, dass wir ihn vor seinem Abflug noch rein zufällig in Dar getroffen haben, sodass wir uns in Ruhe von ihm verabschieden konnten.

Time to say Goodbye

Es ist mir nicht leicht gefallen und deshalb habe ich auch sehr lange gebraucht, diese Einträge zu schreiben. Für die zeitliche Verspätung bitte ich daher um Entschuldigung.

Wer mich etwas besser kennt, weis, dass ich ein recht emotionaler Mensch sein kann. Die Einwohner von Mangaka werden mich jetzt wohl sicher für eine richtige Heulsuse halten. Aber der Reihe nach.

Auf Wiedersehen zu sagen ist keine einfache Sache, besonder,s wenn man nicht sicher weis, ob und wann es ein Wiedersehen geben wird. Und in diesem Jahr habe ich hier sehr viele gute Freunde gefunden, von denen mir der Abschied alles andere als leicht gefallen ist. Wer es noch nicht mitbekommen haben sollte: Eigentlich möchte ich noch gar nicht nach Hause, sondern noch lieber ein paar Monate in Mangaka bleiben. Es ist doch auch echt gemein, da dauert es eine Zeit lang, bis man die Sprache gelernt hat und Freunde gefunden hat, und wenn dann alles perfekt ist, ist es Zeit, auf Wiedersehen zu sagen, das ist doch nicht fair...

 Es gab viele Abschiede, in chronologischer Reihenfolge:  Der Abschied von:
-Bruder Bogdan
-der Secondary (den Schülern und den Lehrern)
-dem Kindergarten (Kinder und Erzieherin)
-dem Kirchenchor
-der Kirchengemeinde
-Bruder Samuel
-Father Colman
und natürlich von vielen anderen Freunden auch, doch über diese Ereignisse möchte ich gerne ausführlicher berichten, um ihnen auch im Nachhinein noch einen würdigen Rahmen zu verleihen und auch selbst immer wieder die Möglichkeit zu haben, mich in die Situationen zurückzuversetzen.

Samstag, 2. August 2014

Little China in Mangaka

Seit einigen Monaten schon waren die Franzi und ich nicht mehr die einzigen Weißen in Mangaka. Direkt gegenüber von unserer Kirche haben sich ein paar Chinesen "angesiedelt". Also besser gesagt wurde ein riesiges Areal zu einem Camp für die Chinesen umgebaut. Als ich dort das erste Mal drinnen war, war ich völlig überwältigt: Rießige Containeranlagen, eine eigene Krankenstationen, unzählige Wohnblöcke, rießige Lagerhallen  und sogar eine eigene Tankstelle. Und für zwei eigene Wasserpumpen sind die Bohrlöcher bereits in Planung. So, nun stellt sich euch wohl die Frage "Und warum?"

Ich weis nicht, ob ich es schon einmal erwähnt habe, aber Mangaka liegt zwischen den Städten Masasi und Tunduru. Mangaka ist der Ort, wo die Teerstraße aufhört. Und jetzt wird der Straßenbau Mangaka - Tunduru sowie Mangaka - Mtambaswala (Mosambik) von den Chinesen übernommen und begonnen.
Anfangs waren wir und auch die meisten Dorfbewohner nicht sehr erfreut. Die Chinesen haben Anschluss zu uns Weißen gesucht, aber auf eine penetrant-belästigende Weise. Und wie wir aus internen Quellen erfahren haben, soll der Lohn, den die Chinesen für die einheimischen Arbeiter bezahlen, nicht gerade großzügig sein, gerade genug, um eine Familie satt zu bekommen.
Aber inzwischen sind es mehr Chinesen, einige, vor allem die Chefs, sind richtig nett und wir haben uns sogar mit ihnen angefreundet. Und wir kennen auch viele Frauen, die für sie kochen und sie sind sehr über ihre Anstellung zufrieden, also wird der Lohn schon ausreichend sein.

Ja, und letzte Woche wurde dann der Straßenbau offiziell eingeweiht, also richtig offiziell. Und wer kam als Ehrengast, um diese Aufgabe zu übernehmen? Richtig, der Präsident von Tanzania. Es war das Ereignis des Jahres in Mangaka, die Schulen wurden geschlossen und das Festgelände wurde richtig schön dekoriert. Es wurde angekündigt, dass der Ehrengast um neun Uhr morgens eintreffen wird. Wir sind gemeinsam mit Father Colman zu der Veranstaltung gegangen, sodass wir sogar Sitzplätze bekommen haben, obwohl wir erst um ein Uhr losgefahren sind, wie es auf seiner offiziellen Einladung angekündigt war. Letztlich hat das gesamte Dorf und noch viele Menschen mehr etliche Stunden in der prallen Sonne gewartet. Immerhin gab es lokale Tanz-und Trommelgruppen zur Unterhaltung. Ja und um kurz vor halb 6 ist dann der Präsident tatsächlich noch gekommen. Der Empfang war sehr überschwänglich, aber danach verlief die ganze Feier aufgrund der Zeitverzögerung sehr diszipliniert und schnell. Wir waren bereits um halb sieben wieder zu Hause. Jetzt können wir sogar noch behaupten, Doktor Kikwete, den Präsidenten von Tanzania persönlich gesehen zu haben.

Da wir uns mit den Chinesen bei den Besuchen auf ihrem Gelände angefreundet haben, haben wir diese Beziehung gleich mal schamlos ausgenutzt. Letzten Donnerstag haben wir mit unserem Kindergarten einen Ausflug zu den Chinesen gemacht. Die Chinesen waren total begeistert von den kleinen Kindern und haben unzählige Fotos gemacht. Aber das war nur Nebensache. Schließlich haben sich die Kinder wochenlang auf diesen Besuch gefreut. Sie führen jedesmal einen richtigen Freudentanz auf, wenn ein Auto an der Straße vorbeifährt, ist hier im Süden nämlich nicht so häufig, die Autos, die bei uns an der Kirche an einem Tag vorbeifahren, lassen sich leicht zählen. Für uns Europäer wohl schwer vorstellbar, aber diese Kinder haben noch nie in ihrem Leben so große Maschinen gesehen. Es gibt im Kisuaheli auch nicht einmal Wörter für die Baumaschinen, entweder werden die englischen Wörter übernommen, oder es wird mit einem ähnlichen Gegenstand verglichen. Ein Bagger beispielsweise heißt deshalb Löffel, weil die Baggerschaufel ja quasi ein Löffel ist. Diese Ausführungen sollen dazu beitragen, dass ihr euch ungefähr vorstellen könnt, wie groß die Freude und auch Aufregung der kleinen Kinder war. Einige von den Kleinen hatten allerdings auch Angst und haben zum Weinen angefangen. Aber als sie dann direkt vor den großen Maschinen gestanden sind, kannte die Begeisterung keine Grenzen mehr. Es wurde in der Baggerschaufel rumgeklettert und jeder wollte einmal auf dem Reifen stehen oder auf dem Fahrersitz sitzen. Wir hoffen, dass wir mit diesem Ausflug den Kindern nicht nur Spaß bereitet haben, sondern sie dadurch auch etwas für ihr Leben lernen konnten, in welcher Form auch immer. Jedenfalls war es ein sehr gelungener Vormittag, die Kinder haben jetzt auch keine Angst mehr vor den Chinesen und wissen, dass sie auf der Straße sehr vorsichtig sein müssen.

Mittwoch, 30. Juli 2014

Schreiben Lernen leicht gemacht

Zumindest hoffen wir, dass uns das geglückt ist. Wir haben nämlich in den letzten Monaten ein kleines Heftchen mit Buchstaben und Zahlen gezeichnet. Viele Linien, die abgepaust werden mussten und viele Schriftzeichen, die vorgeschrieben wurden. Besonders in der Regenzeit sind wir oft am Schreibtisch gesessen. Als dann endlich die Druckvorlage vollendet war, sind wir an einem Freitag nach Ndanda gefahren. Dort haben wir es in fünfzigfacher Ausgabe kopieren lassen und anschließend in die Druckerei der Benediktiner gebracht. Die haben uns aus den Zetteln schöne Hefte mit farbigem Einband gebunden. Father James war so freundlich, diese für uns abzuholen, als er ein paar Wochen später sowieso nach Ndanda musste. Und was lange wird wird endlich gut. Nach einer sehr langen Arbeitsphase und Wartezeit (Abholung, lange Ferien) war es in dieser Woche endlich so weit. Wir haben jedem Kind ein eigenes Heft geschenkt. Ich war echt erstaunt, mit welcher Begeisterung die Kinder zu schreiben begonnen haben. Und siehe da: Sogar die kleinsten Kinder haben es geschafft, die Buchstaben richtig nachzufahren und letzendlich selbst zu Schreiben. Unser Plan, jeden Tag einen Buchstaben zu schreiben, ist allerdings nicht aufgegangen, da die Kinder so motiviert sind, dass mindestens drei Seiten pro Tag geschrieben werden müssen. Sie sind wahnsinnig stolz auf diese Hefte und wir sind richtig froh, unsere Freizeit sinnvoll genutzt zu haben.  Hoffenlich hält die Motivation der Kinder noch lange an...

Freitag, 11. Juli 2014

Das war ja mal wieder klar

Warum wundern wir uns eigentlich immer noch, dass wir nicht wie ganz normale Leute auf ein Fest gehen können? Nein, als Weiser hat man hier immer eine gewisse Sonderstellung. Aber der Reihe nach..

Gestern (09.07.14) war hier in Mangaka Mwenge, das ist quasi das Symbol der nationalen Einheit und Zusammengehörigkeit Tanzanias, dargestellt durch eine immerbrennende Fackel, die jährlich durch das gesamte Land getragen wird und in jeder Region Halt macht. Wir sind auch zu dieser Feier gegangen, einfach nur, um uns alles anzuschauen und Spaß mit unseren Freunden zu haben. Es war echt ein rießiges Fest mit sehr viel Militär-und Polizeiaufgebot, Parade, Blasmusik und Trommeln. Der Einzug des Feuers wurde regelrecht zelebriert. Natürlich will von den Zuschauern jeder in der ersten Reihe stehen, um ja alles gut sehen zu können. Jeder, außer uns, da wir sowieso größer sind als die meisten Tanzanier. Und trotzdem sind wir gemeinsam mit unseren Freunden über deren Beziehungen in die vorderste Reihe gekommen, begleitet von Polizisten, damit die anderen uns auch ja Platz machen. Und als ob das noch nicht peinlich genug wäre, spricht uns dann auch noch einer von der Organisation an (später haben wir erfahren, dass er der oberste Chef von allem ist), ob wir nicht das Feuer halten möchten. So eine große Ehre darf man natürlich nicht ablehnen und somit wurden wir zu der Reihe von allen wichtigen Personen (Direktoren, Militär, Politikern, Polizisten,..) geführt und wurden somit zu Mitgliedern der Zeremonie. Wir haben uns in drei Reihen aufgestellt und während Soldaten salutiert haben, wurde jedem die Fackel überreicht. Was für eine Ehre, wir haben also tatsächlich, genauso wie alle hohen Tiere, das Nationalsymbol Tanzanias in unseren Händen gehalten. So eine Fackel ist ganz schön schwer, aber es ist alles gut gegangen. Unsere Freunde haben uns danach alle gratuliert und waren wohl auche in klein bisschen neidisch. Danach wurden ganz viele Reden gehalten, über Einheit, Nationalität, aber auch Bildung und Gesundheit. Und so wie alle normalen Menschen standen auch wir hinter der Absperrung und haben zugehört. Nur die Ehrengäste hatten ihre Sitzplätze. Aber, wie konnte es auch anders sein, nach nur ein paar Minuten wurden wir eingeladen, uns doch dazu zu setzen, damit wir nicht stehen müssen. Und so hat uns ein Soldat über das Festgelände zu den Ehrengästen geführt. Gut, dass wir von ihnen immerhin ein paar Leute gekannt haben, aber ich habe mich trotzdem die ganze Zeit unwohl gefühlt. Wir sind dann auch nach den Tanzaufführungen (traditionelle afrikanische Tänze) recht bald gegangen, als auch unsere anderen Freunde nicht mehr auffindbar waren.

Auch wenn ich in diesem Jahr schon einige solcher Situationen erlebt habe, werde ich mich nie dran gewöhnen. Schließlich ist es nicht gerecht, uns besonders zu behandeln, nur weil wir eine andere Hautfarbe haben. Natürlich war es eine rießige Ehre, das Mwenge halten zu dürfen und nicht nur wir, sondern auch alle unsere tansanischen Freunde sind total stolz darauf. Aber warum? Ich bin doch nur eine junge Frau aus einem kleinen Ort in Deutschland, bin keine Politikerin oder Beamtin, habe  noch nicht einmal studiert. Ist diese Sonderstellung berechtigt? Es gab Situationen, beispielsweise im Krankenhaus, als ich durchaus froh darum war. Doch im alltäglichen Leben? Ich weis es nicht. Jedenfalls habe ich gelernt, mit dieser Haltung zu leben und den Sonderstatus anzunehmen, da es sonst eine Beleidigung und Ablehnung der Gastfreundschaft und Höflichkeit wäre.

Mittwoch, 2. Juli 2014

Mal was übers Reisen

Wie ich ja schon berichtet habe, sind die Franzi und ich gerade auf Reise durch das Land Tanzania. Nach der Safari mit ihrer Familie ging es weiter nach Zanzibar. Danach sind wir zu zweit noch nach Mwanza und Bukoba an den Victoriasee gefahren. Ja, wir sind gefahren, denn hier werden größere Distanzen mit Reisebussen bewerkstelligt. Jeder Bus fährt um 6 Uhr in der Früh los, das heist, immer recht früh aufstehen, zum Busbahnhof fahren und dann den richtigen Bus finden. In Ubungo, das ist der größte Busbahnhof Dar es Salaams, ist das gar nicht so einfach, aber meist gibt es nette Menschen, die einem den Weg zeigen und uns führ ein kleines Trinkgeld noch immer zuverlässig zum richtigen Bus geführt haben. Ja und dann das Gepäck abgeben und sich seinen Platz im Bus suchen. An sich ist das Reisen im Bus recht angenehm, vorausgesetzt, dass es ein Luxury Bus ist, denn die normalen Busse sind sehr eng und die Beinfreiheit gleich Null. Was auch noch anstrengend ist, sind die Pipipausen. Von Masasi nach Dar es Salaam gibt es genau drei, bei einer Fahrt von neun Stunden. Drei ist vermutlich auch schon das Maximum, denn auch als wir nach Mwanza gefahren sind, die Fahrt hat über 18 Stunden gedauert, gab es nur drei Pausen, an denen lediglich eine an einem Rastplatz war, die anderen waren irgendwo im Busch. Und dann muss man sich auch sehr beeilen, Pinkelpausen dauern nie länger als zehn Minuten. Auf einer Busfahrt haben wir tatsächlich schon miterlebt, dass der Bus weitergefahren ist, obwohl noch circa fünf Leute draußen waren, aber das war dem Busunternehmen egal. Auch, dass ihr gesamtes Gepäck noch im Bus war. Momentan sitze ich im Bus auf der Fahrt von Bukoba nach Dar es Salaam, die wird vermutlich so an die 22 Stunden dauern. Ob das nicht langweilig ist? Aber nein! Die Busse haben für Unterhaltung gesorgt. In den meisten Bussen gibt es einen Fehrnseher mit sehr lauten Boxen. Bei durchgehender Dauerbeschallung mit typisch tansanischer Musik (natürlich auf jeder Fahrt genau das gleiche) kann man richtig gut schlafen... Heute haben wir echt Glück, der Bus besitzt keinen Fernseher und das Radio läuft nur zeitweise. Also eine sehr angenehme Fahrt.

Trotzdem bin ich wahnsinnig froh, bald wieder in Mangaka zu sein, schließlich sind wir doch fast einen vollen Monat rumgereist. Wahnsinn, wie schnell die Zeit vergeht, ich kann mich noch genau ans Packen erinnern...

Mittwoch, 18. Juni 2014

Manyara Lake und Ngorongoro Crater - das nenn ich Safari

Was sollte man als Tourist in Tansania unbedingt machen? Richtig, eine Safari. Und wir waren sogar in zwei Nationalparks, zuerst im Lake Manyara und danach im Ngorongoro Crater. Auch wenn es stimmt, dass eine Safari nicht gerade billig ist, wenn man schon einmal die Möglichkeit dazu hat (wenn man zum Beispiel so wie wir als Freiwilliger eh schon im Land ist), dann sollte man sich dieses Erlebnis auf keinen Fall entgehen lassen. Wir hatten zudem noch das Glück, dass ein Bekannter vom Father Colman die Safari für uns organisiert und alles unseren Wünschen entsprechend ausgerichtet hat. Und so ging es dann also auf in die Wildnis Afrikas, besser gesagt Tansanias.

Oh man, es  fällt mir echt schwer, diese Erlebnisse in Worte zu fassen, es waren einfach unbeschreibliche Momente. Wir hatten auch wettertechnisch richtig Glück, es war wolkenverhangen und verdammt kalt (also ich habe jedenfalls extrem gefroren, trotz Fleecejacke), sodass sich die Tiere nicht versteckt im Schatten, sondern gut sichtbar in der freien Ebene aufgehalten haben. Am ersten Tag gings wie gesagt an den Lake Manyara. Dort haben wir anfangs zwar kaum Tiere gesehen, aber dafür eine umwerfend schöne Landschaft. Eine Mischung aus Regenwald und Steppe, auf der einen Seite umrahmt von einer Gebirgskette, auf der anderen Seite in den See endend. Also die Rahmenbedingungen waren wirklich umwerfend. Und dann haben wir auch die ersten Tiere entdeckt: Zebras, Gnus, Warzenschweine, diverse Geier und Büffel. Sie alle haben sich am Ufer des Sees aufgehalten, wir durften sogar das Auto verlassen und waren nur wenige hunderte Meter von all diesen wilden Tieren entfernt. Auf der weiteren Fahrt durch den Park sind wir dann noch mitten in eine Zebraherde geraten, wir haben einige Giraffen und Nilpferde gesehen und haben uns an einem Ausläufer des Sees in einer rießigen Vogelschaar wiedergefunden, Pelikane, Flamingos, Möwen und noch viele mehr, von denen ich bis heute noch keine Namen weis. Natürlich dürfen auch die unzähligen Affen nicht vergessen werden, die recht zutraulich sind und keine Angst vor uns Menschen zu haben scheinen. Als wir dann aus dem Park draußen waren, sind wir noch einen Berg hochgefahren, von dem man einen atemberaubenden Überblick über das gesamte Areal hatte, einfach überwältigend und nicht mit Worten zu beschreiben. Wer denkt, dass dieser Tag ein unvergessliches Erlebnis ist, hat natürlich Recht, aber es kommt noch besser. Am nächsten Tag ging es nämlich in den Ngorongoro Crater. Auf diesen Ausflug habe ich mich ganz besonders gefreut, da wirklich alle Menschen, ehemalige Freiwillige, Touristen sowie Einheimische, zu uns gesagt haben, dass dies der schönste Nationalpark in ganz Tansania sei. Und was kann ich dazu sagen? Ihr habt alle Recht gehabt. Aber der Reihe nach. Wir sind relativ früh losgefahren, leider war es noch verdammt kalt. Da der Ngorongoro Crater ein Krater ist, sind wir erst mal einen Berg mit ungefähr 2500 Metern (tut mir Leid, die genau Zahl habe ich vergessen) hochgefahren. Da wir quasi durch die Wolken gefahren sind, hat man nicht viel von der Landschaft gesehen. Aber das was zu erkennen war, war wie im Märchen. Ein echter tropischer Regenwald in Nebelschwaden. Ich war tatsächlich im Urwald, und es schaut wunderschön aus. Als wir dann, alle verfroren, in den Krater hineingefahren sind, hat sich die Landschaft komplett gewandelt: Strahlend blauer Himmel und afrikanische Steppe, so weit das Auge reicht. Ok, das stimmt nicht ganz, denn es gibt einige Seen in dem Krater und der gesamte Krater ist von einem mächtigen Gebirge eingeschlossen. Alle Einzelheiten zu beschreiben würde jetzt definitiv den Rahmen sprengen, deshalb versuche ich, mich so kurz wie möglich zu fassen. Also was haben wir alles gesehen? Fangen wir mal mit dem Standard an, Zebras, Antilopen und Gnus, in riesigen Herden, in einigen waren wir mittendrin, so viele Tiere auf einen Haufen, und ich finde es persönlich sehr faszinierend, dass sie in diesen gemischten Herden so friedlich zusammenleben können. An dem großen See gab es unzählige Flamingos, es sah einfach aus wie eine rosarote Decke. Aber wir haben auch noch ganz viele andere Vögel aus direkter Nähe gesehen, Sekretäre, Pfaue, Sträuße, Möwen und ganz viele kleine bunte Vögel in allen schillernden Regenbogenfarben. Elefanten haben wir leider nur einen gesehen, dafür aus direkter Nähe, wir sind einmal um ihn herumgefahren, weil er sich selbst nicht umdrehen wollte. Aus direkter Nähe haben wir dann auch noch Warzenschweine gesehen, die sind direkt an unserem Auto vorbeigelaufen, genauso wie eine Hyäne einfach so vor uns über die Straße gelaufen ist. Wenn ich an König der Löwen denke, dann habe ich mir Hyänen immer schlaksig und mit gefährlichen Reißzähnen vorgestellt. Aber alle, die wir gesehen haben, waren ziemlich dick und träge. Vielleicht, weil sie gerade gefressen hatten.. Wenn wir schon bei den Raubtieren sind: Wir haben auch Schakale gesehen und ja, 13 Löwen. Zwei davon waren Männchen, die waren aber ziemlich weit entfernt und nur mit dem Fernglas zu erkennen. Dafür hatten wir aber mit einem anderen Rudel umso mehr Glück: Fünf  Löwinnen lagen direkt am Wegrand im Gras und haben geschlafen. Gerade als wir wieder weiterfahren wollten, ist eine Löwin aufgestanden und hat sich unter das Auto neben uns gelegt. Sie war vermutlich das Leittier, denn kurz darauf lagen alle Löwinnen unter und neben den circa fünf Autos. Wir konnten ihnen direkt in die Augen schauen, wenn ich den Arm aus dem Fenster gestreckt hätte, hätte ich eine von ihnen streicheln können, aber das hat mir unser Ranger leider nicht erlaubt :D Aber ist auch besser so, schließlich sind es ja doch Raubtiere, auch wenn sie noch so knuffig ausschauen. Wir haben sie noch eine ganze Zeit beobachtet. Wir hatten wirklich unglaubliches Glück, denn so eine Begegnung ist eine absolute Seltenheit, von der ein jeder Tourist nur träumen kann.. Und wir hatten wirklich das Glück, so viele Löwen aus direkter Nähe zu sehen. Wir haben echt geglaubt, dass mit diesem Erlebnis unser Glück für die Safari aufgebraucht war, aber wir haben sogar noch ein Rhinoceros gesehen, was wirklich so gut wie nie der Fall ist. Naja, wir habens nicht wirklich gesehen. Aber der Baraka, unser Ranger, hat bessere Augen wie ein Adler. Wir fahren mit mindestens 30 km/h durch den Park in Richtung Ausgang und urplötzlich hält er den Wagen an, unserer Meinung nach im absoluten Nichts. Er bittet um das Fernglas und sagt uns, dass er ein Rhinoceros erkannt hat. Aber für uns alle ist nichts weiteres als ein kleiner schwarzer Fleck erkennbar, der sich nicht von den anderen Büschen abhebt. Aber tatsächlich, nachdem er es mit größtem Zoom fotografiert und uns die Stelle unverfehlbar geschildert hatte, wurde aus dem schwarzen Fleck tatsächlich ein Rhinoceros. Unglaublich, wie er das sehen konnte. Etliche Autos sind an uns vorbeigefahren, kein anderer hat diese Tier aus der Ferne erkannt. Da hat sich eindeutig herausgestellt, dass  wir wirklich Glück mit unserem Ranger hatten. Der Baraka war für uns einfach ein Segen  (kisuaheli baraka= deutsch Segen). Er hat uns eine wunderschöne Safari ermöglicht mit unendlich vielen unvergesslichen Momenten. Und wie schon bereits erwähnt, ich glaube nicht, dass diese Momente auch nur annähernd durch Worte in ihrer gesamten Schönheit beschrieben werden können...

Dienstag, 17. Juni 2014

Bildergalerie

Nur ganz kurz zur Information: Ich habe heute ein paar neue Bilder hochgeladen, ein Blick in die Bildergalerie lohnt sich also. Viel Spaß, eure Melli :)

Kombe la dunia

Alle, die mich besser kennen,  wissen, dass ich nicht wirklich fußballinteressiert bin, auch nicht einmal bei der Fußball-Weltmeisterschaft. Vielleicht ist es deshalb für Einige umso erstaunlicher, dass ich momentan bestens über alle Spielergebnisse informiert bin. Hier in Tanzania herrscht absolutes Fußballfieber. Seit Monaten läuft im Fersehen Werbung, es gab sehr viele verschiedene Gewinnspiele und viele weitere mit Fußball verbundene Aktionen. Ja und gestern war dann das erste Deutschlandspiel. Da wir ja momentan auf Zanzibar Urlaub machen, haben wir uns mit anderen Deutschen das Spiel im Hotel angeschaut. Ich war total überrascht, denn selbst wenn ich nicht vor dem Ferseher gesessen hätte, hätte ich jedes Tor und den gesamten Spielverlauf erfahren. Ich habe nämlich von so vielen Freunden SMS bekommen, dass Deutschland spielt und wurde während des gesamten Spiels regelmäßig informiert. Und das sogar von Leuten, mit denen ich schon seit einer Ewigkeit keinen Kontakt mehr hatte. Somit war ich das gesamte Spiel über sehr viel mit meinem Handy beschäftigt, um allen gleich zu antworten und mich für die Infos zu bedanken. Und als dann das Endergebnis des Spiels bekannt war, haben mir alle recht herzlich gratuliert.

Ich war wirklich richtig berührt, dass so viele Leute an mich gedacht haben und mir die Fußballergenisse mitgeteilt haben. Das hat mir gezeigt, dass wir hier jetzt wirklich dazugehören und echte Freunde gefunden haben.

Samstag, 14. Juni 2014

Nein, du lügst!!!

Auch wenn dieses Ereignis schon fast einen Monat her ist, habe ich in der letzten Zeit sehr oft davon erzählt, deshalb dachte ich mir, dass es sich wohl auch als Blogeintrag recht gut eignet. Es war an einem Spätnachmittag, als ich mit einem Buch vor unserem Haus saß. Dann ist ein Kindergartenkind vorbeigekommen, weil es mit seiner Mutter bei uns Wasser gepumpt hat. Und wie das halt so üblich ist, kommt dieses kleine Mädchen immer zu mir her, und dann reden wir ein bisschen oder spielen oder so. Und an diesem Tag hat sie mich auch gefragt, wo denn die Franziska sei. Ich habe ihr gesagt, dass sie drinnen ist. Und was macht sie drinnen?- Sie duscht. Dann kam sofort und mit voller Überzeugung die Antwort des kleinen Mädchens: Du lügst. Wir haben eine gewisse Zeit rumdiskutiert, dass ich ihr die Wahrheit sage und die Franziska wirklich im Haus ist und duscht. Aber sie wollte es mir definitiv nicht glauben. Als sie dann auch noch gefragt hat, wo denn der Bruder Samuel sei und ich wiederum geantwortet habe, er sei drinnen im Haus und dusche, hat sie die Welt nicht mehr verstanden. Wie, ihr habt eine Dusche im Haus? Und auch ein Klo? Also im Haus drinnen? Also wirklich drinnen? Ja, wir haben sogar mehrere Toiletten. Ihre Antwort war sehr kurz: Nein, du lügst mich schon wieder an. Da sie dann nach Hause gehen musste, war die Diskussion an dieser Stelle beendet.

Erst habe ich gedacht, das Mädchen möchte mich ärgern oder einfach nur Spaß machen. Aber als ich länger darüber nachgedacht habe, wurde mir klar, dass sie wirklich der festen Überzeugung ist, dass ich sie angelogen habe, da es in ihren Augen unvorstellbar ist, eine Toilette im Haus zu haben. Sie selbst wohnt mit der ganzen Familie in einer Lehmhütte, die aus einem einzigen Raum besteht, da ist natürlich kein Platz für ein Bad. Woher also sollte sie etwas anderes kennen? Die Menschen leben ja quasi nur nachts in ihren Hütten, tagsüber spielt sich das gesamte Leben draußen vor der Hütte ab.

Dienstag, 10. Juni 2014

Karibuni Tanzania

Letzten Donnerstag war es also so weit: Wir haben Besuch aus Deutschland bekommen, Franzis Eltern und Schwestern. Die Wiedersehensfreude war natürlich sehr sehr groß. Und dann ging es am ersten Tag gleich noch an einen der schönsten Strände von Dar es Salaam, sodass unsere Gäste gleich mitten in das tansanische Alltagserlebnis eingeführt wurden, da wir nicht wie gewöhnliche Touristen ein Taxi genommen haben, sondern die öffentlichen Verkehsrmittel, sprich Daladala im Feierabendverkehr, Fähre und Bajaji genommen haben. Somit war allein der erste Tag schon ein richtiges Abenteuer. Am Freitag ging es dann zurück nach Hause, also nach Mangaka, wo unsere Gäste sehr herzlich aufgenommen wurden. Die Gastfreundschaft ging sogar so weit, dass Samstagabend ein großes Fest gefeiert wurde, es wurde eine Ziege gegrillt, was wirklich nur zu ganz besonderen Anlässen vorkommt. Die Gäste wurden von der Pfarrgemeinschaft sehr herzlich willkommen geheißen, der Kirchenchor hat für die richtige Stimmung gesorgt und an der kulinarischen Verpflegung hat es auch niemandem gefehlt. Ok fast, ich war nämlich die Einzige, die nichts mehr von der Ziege abbekommen hat, da ich, weil ich ja im Pfarrhaus wohne und somit auch Gastgeber war, mich um die Getränke kümmern musste. Als kleines Highlight haben wir dann noch Schokoladen-und Vanillepudding und Gummibärchen verteilt, die Reaktionen auf diese deutschen Köstlichkeiten waren sehr unterschiedlich, größtenteils aber positiv. Es war wirklich ein wunderschönes Fest bis in die späten Abendstunden. Und dann am Pfingssonntag war Festgottesdienst, alle haben sich besonders Mühe gegeben, Mangaka hat sich quasi von seiner besten Seite präsentiert. Nach zwei weiteren ereignisreichen Tagen in Masasi und Mangaka, wo der Lebensstil wirklich sehr einfach gehalten ist (Zitate von Franzis Schwestern: "Ich gehe abends nicht mehr aufs Klo, da sind Kakerlaken"; "Wie funktioniert des mit der Klospülung?"; "Die Sonne is ganz schön heiß"; "Wie können die auf dem Boden schlafen?"), sind wir heute wieder alle wohlbehalten nach einer langen Busfahrt mit viel zu lauter tansanischer Musik und vielen neuen Erfahrungen, Bekanntschaften, Erlebnissen und schönen Erinnerungen in Dar es Salaam angekommen (Wir haben eine befreundete Familie, die Secondari und den Kindergarten besucht, waren auf dem Markt und natürlich gehört auch das Wäsche Waschen und Wasserpumpen dazu) .

Wie, das wars schon? Nein, morgen geht es weiter nach Arusha, wo wir eine Safari im Manyara Lake und Ngorongoro Crater machen werden, worauf wir uns alle schon wahnsinnig freuen. Und dann folgen noch ein paar Tage Zanzibar, die dann auch den Abschluss der Reise von Franzis Familie darstellen. Ich freue mich schon sehr auf die folgenden Tage, schließlich hat man nicht immer die Gelegenheit für einen so wahnsinnig tollen Urlaub. Daher möchte ich an dieser Stelle auch einen herzlichen Dank an Franzis Familie aussprechen, dass sie mich zu dieser tollen Reise mitnehmen, Asante sana ;)

Mittwoch, 4. Juni 2014

Wie macht man kleine Kinder glücklich?

An sich ist das ganz einfach, nämlich mit Spielzeug...

Schon vor langer Zeit habe ich einmal berichtet, dass wir für die Kinder im Kindergarten Bauklötze herstellen. Und vor Kurzem sind sie endlich fertig geworden; Unterschiedliche Größen, Farben und Formen. Allerdings haben wir noch einen extra Lack aufgetragen, damit sich die Kinder ja keine Schiefer einziehen (schließlich haben wir alte Latten und normales Brennholz verwendet), aber dadurch sind die Bauklötze noch immer ein wenig klebrig. Aber so schlimm ist das auch wieder nicht, schließlich kann man so jetzt auch schräge Gebilde bauen, ohne dass sie sofort umfallen. Die Kinder waren von Anfang an sehr begeistert und haben sich wie die Wilden auf die Bauklötze gestürzt. Leider gibt es aber auch sehr viel Streit, da die Anzahl der Steine doch recht überschaubar ist. Aber wir werden Nachschub bekommen: Die Salvatorianer haben in Namiungo eine rießige Schreinerei und wir werden ganz viele Holzreste bekommen. Father Colman wird dort nächste Woche vorbeikommen und dann wird es hoffentlich keinen Streit mehr um die Spielsachen geben. Überhaupt freuen sich die Kinder wahnsinnig über alles, was wir an Spielsachen mit in den Kindergarten bringen. Wir haben letztens ein Seil mitgenommen, zum Seilspringen oder Tauziehen. Volle Begeisterung, aber trotzdem spielen sie damit lieber Auto. Und wir haben ein paar Säcke eingekauft, zum Sackhüpfen. Das war natürlich ein wahnsinniges Ereignis für die Kinder. Vor allem, wenn man dann noch gegen seinen Lehrer antritt und gewinnt. Es ist doch immer wieder erstaunlich, wie einfach es manchmal ist, ein Kind glücklich zu machen und ein Lächeln auf seine Lippen zu zaubern.

Freitag, 23. Mai 2014

Die mit den hundert Namen

Eigentlich wollte ich diesen Blogeintrag schon seit meinem ersten Monat in Chiungutwa schreiben, aber immer ist etwas wichtigeres oder aktuelleres dazwischengekommen. Wie ja allseits bekannt ist, heiße ich Melanie. Für die Tansanier ist dieser Name allerdings sehr schwer, da er auf -i endet, was für Namen hier sehr ungewöhnlich ist. MIt Franziska hatten sie eigentlich noch nie ein Problem, da hier die meisten Namen auf -a enden. Ja, uns so ist es halt gekommen, dass ich im Laufe der Zeit sicher schon an die hundert verschiedenen Namen bekommen hab. Hier in Mangaka bin ich die Melania, das ist für mich auch in Ordnung, ich stell mich inzwischen auch selbst schon so vor. Aber es sind auch schon recht exotische Varianten vorgekommen, hier eine kleine Auswahl meiner absoluten Favoriten: Merema, Melone, Melena, Mirina,... Anfangs hat mich das ziemlich aufgerecht, aber inzwischen finde ich es einfach nur noch lustig. Und wer kann schon von sich behaupten, so viele verschiedene Namen zu haben?

Frühling, Sommer, Herbst und Winter

Ich wurde in der letzen Zeit des Öfteren gefragt, wie eigentlich momentan das Wetter bei uns hier so ausschaut. Jetzt, wo in Deutschland allmählich der Sommer anfängt, beginnt hier bei uns in Tansania auf der Südhalbkugel der Winter. Und selbst die Tansanier sagen, dass jetzt die kalte Jahreszeit anfängt. Und tatsächlich, in der Nacht ist es inzwischen schon so kalt, dass wir uns Wolldecken organisiert haben. Ich habe auch erste Anzeichen einer leichten Erkältung gespürt, die Franzi hatte eine richtig heftige Erkältung. Heute beim Frühstück hat der Father Colman gemeint, dass es jetzt wirklich kalt geworden ist. Ja,  es ist wirklich kühl, aber trotzdem laufen wir immer noch barfuß und in T-Shirt rum. Als ich dann gemeint habe, dass es hier jetzt ungefähr so warm ist, wie bei uns in Deutschland im Hochsommer, war er ers mal ziemlich erstaunt. Ich bin sehr gespannt, wie kalt es hier wirklich noch wird, angeblich brauchen wir im Juli, wenn die kalte Jahreszeit ihren Höhepunkt erreicht hat, unbedingt lange Klamotten. Wir werden ja sehen.. :D

Freitag, 9. Mai 2014

Zähneputzen, Teil 2

Ja, am Dienstag war es also so weit und wir haben zum ersten Mal alle zusammen Zähne geputzt. Die Kinder waren völlig außer sich vor Freude über die Zahnbürsten. Auf die Frage, wie viele Kinder sich am Morgen bereits die Zähne geputzt haben, haben sich gerade mal zwei Kinder gemeldet. Und nur etwa die Hälfte aller Kinder besitzt zu Hause eine eigene Zahnbürste. Kein Wunder also, dass sie sich so wahnsinnig darüber gefreut haben, womit wir nicht gerechnet hätten. Beim allerersten Putzen konnten wir dann auch deutlich erkennen, welches Kind schon einmal eine Zahnbürste in der Hand hatte und wer sich noch nie die Zähne geputzt hat. Bei einigen hat das Zahnfleisch schon nach kürzester Zeit zu Bluten angefangen und bei einigen hat es ein Weilchen gedauert, bis sie verstanden haben, dass sie ihren Mund aufmachen müssen. Wir helfen den ganz kleinen Kindern beim Zähneputzen, aber jetzt, nach ein paar Tagen, kommen sie schon sehr gut alleine zu recht. Zur Veranschaulichung hat die Franziska einen Comic gezeichnet, wie das Zähneputzen funktioniert, wie viel Zahnpasta verwendet werden sollte und wann die Zähne geputzt werden sollten. Und siehe da, unser Einsatz zeigt erste Erfolge. Die Mutter eines Kindes hat die Erzieherin angerufen um ihr zu erzählen, dass ihr Sohn zu Hause nach jedem Essen auf eimal die Zähne putzt und schon die gesamte Zahnpasta aufgebraucht hat. Das ist doch ein gutes Zeichen.  Ein anderes Kind hat den Comic sehr wörtlich genommen. Da erzählt der Zahnarzt: "Nimm so viel Zahnpasta wie eine Bohne groß ist." Was hat das Kind zu Hause gemacht und uns heute voller Stolz erzählt: Sie hat sich die Zahnbürste genommen, reichlich Zahnpasta draufgetan und obendrauf eine Bohne gelegt. Und sich dann so die Zähne geputzt.

Diese kleinen Erfolge zeigen uns, dass es eine gute Entscheidung war, das Projekt "Zähneputzen" in unserem Kindergarte in Mangaka einzuführen. Und auch, wenn die Kinder jetzt täglich mit uns gemeinsam die Zähne putzen, hoffen wir, dass sie dabei etwas für ihr Leben lernen. Denn schließlich sind unsere Zähne sehr wichtig und die medizinische Versorgung, regelmäßige Kontrollbesuche beim Zahnarzt oder Ähnliches gibt es in diesem Land nicht.

Zähneputzen

Zähneputzen mag zwar lästig sein, aber sehr wichtig für die Gesundheit. Deshalb haben wir am Wochenende über dreißig Zahnbürsten und Zahnpasta eingekauft. Es ist nämlich erschreckend zu sehen, wie viele der Kindergartenkinder bereits extremstes Karies haben, besonders an den Schneidezähnen. Deshalb haben wir uns gedacht, wir machen es einfach wie in einem deutschen Kindergarten, nach dem Essen werden die Zähne geputzt. Zur Aufbewahrung der Zahnbürsten haben wir in den letzen Tagen ganz fleißig kleine Säckchen genäht. Und ab Montag wird es dann bei uns im Kindergarten in Mangaka nach dem Uji heißen: Zähneputzen. Father Colman und Bruder Bogdan waren von dieser Idee sehr angetan, da sie selbst sehr gut wissen, dass die Eltern ihr hartverdientes Geld nicht für so "überflüssige Sachen" wie Zahnbürste und vor allem Zahnpasta für ihr Kind ausgeben. Wir sind sehr gespannt, wie diese Idee im Kindergarten ankommt, bei den Eltern und vor allem bei den Kindern.

Dienstag, 22. April 2014

Jesu ni wema

Jesus ist würdig, er ist auferstanden, Hallelujah.

So ungefähr lauten die Texte der Lieder, die wir am Ostersonntag gesungen haben. Dies war ein wirklich wunderbares Osterfest, wie es selbst der Pfarrer hier noch nicht erlebt hat. Alles begann mit dem Einzug in die Kirche. Vorne voran das Kreuz, dann zwölf tanzende Kinder, der tanzende Kirchenchor und dann die Monstranz. Diese zwölf Kinder haben den gesamten Gottesdienst über bei jedem Lied vor dem Altar getanzt. Sie hatten Festtagskleidung und bunte Tücher an. Wir vom Kirchenchor haben auch zu jedem Lied getanz und es waren so viele Mitglieder da wie noch nie.Von Beginn an war die Stimmung richtig ausgelassen und feierlich. Der Gottesdienst an sich ist genau wie bei uns in Deutschland verlaufen, mit zwei Ausnahmen der besonderen Art: Hier werden bei der Spendensammlung nicht nur Geldspenden, sondern auch Sachspenden hergegeben. Zu einem wunderschönen Lied sind wahnsinnig viele Menschen nach vorne gekommen oder besser gesagt eingezogen und haben ihre Gaben übergeben, unter Anderem Mais, Reis, Coca Cola, Bananen, Seife und sogar zwei lebendige Hühner, die Übergabe wurde regelrecht zelebriert. So viel hat der Pfarrer bisher noch nie bekommen. Und wie nicht anders zu erwarten, nach der Kommunion ist eines der beiden Hühner ausgebüchst und durch die Kirche gelaufen, wobei es natürlich lautstark krakeelt hat, bis es von den Ministranten eingefangen und in die Sakristei gesperrt wurde. Das zweite besondere Ereignis war ebenfalls nach der Kommunion, da wurde das besagte Lied "Jesu ni wema" gesungen. Das Lied dauerte bestimmt 10 Minuten, ich hab leider nicht den gesamte Text verstanden. Wir vom Chor haben einen ganz speziellen, choreographierten Tanz getanzt, der von Klatschen, mit dem Popo wackeln bis hin zu in die Luft springen reichte. Die Stimmung war wirklich ausgelassen. Alle haben geklatscht und getanzt, sogar der Pfarrer. Ich weis gar nicht genau, wie ich diesen Moment am besten beschreiben soll, die Stimmung lässt sich nicht wirklich in Worte fassen, es war einfach bezaubernd.

Wie in Deutschland auch wird am Ende des Gottesdienstes einigen Leuten für ihre Arbeit und Mitgestaltung gedankt. So wurde hier für die schöne Dekoration (die Lichterkette hatte ich ja bereits erwähnt), den Kindern und auch dem Kirchenchor gedankt. Und an dieser Stelle, wie hätte es auch anders sein können, wurde auch über uns "Weiße" geredet." Wie sehr wir doch inzwichen in den Chor integriert seien, dass wir von allen sehr herzlich aufgenommen wurden und viel Unterstützung bekommen". "Woher der Pfarrer dies wisse?""Am Anfang haben wir wir immer alle Lieder aufgeschrieben und ihn nach einigen Wörtern gefragt. Inzwischen verstehen wir die Texte aber bereits so gut, dass wir sogar zu Hause am Esstisch die Lieder zur CD mitsingen" So ein Lob ist ja an sich echt nett, aber vor mehreren hundert Leuten auch ein wenig peinlich. Wobei es uns doch ein wenig stolz gemacht hat.

Ja, das waren also meinen persönlichen Highlights des Osterfestes hier in Mangaka, einer jungen, aufkeimenden, stetig wachsenden Kirchengemeinde im Süden von Tansania.

Montag, 21. April 2014

Ostern auf afrikanisch

Das Osterfest. Hier in Tansania. An sich ist alles genau wie bei uns in Deutschland, aber doch so anders. Auch hier hat alles mit dem Aschermittwoch begonnen. Es  gab zwar keinen Fasching, der ausgetrieben werden konnte. Aber nach diesem Festtag begann die Fastenzeit. Das hies hier für uns konkret: In der Kirche wird nur noch gesungen, es wurde nicht mehr dazu getanzt und es gab keine Trommeln und anderen Schepperinstrumente mehr. Für mich war die Umstellung am Anfang schon komisch, da ich persönlich gerade diese Art der Musik an den Gottesdiensten liebe. Umso mehr hab ich mich dann gefreut, die ganzen anderen Menschen übrigens auch, als am Palmsonntag mit der Palmprozession die Trommeln wieder Einzug in die Kirche erhalten haben. Ach ja, zur Palmprozession an sich: Mit Trommeln und echten Palmwedeln ging es geordnet im Gleichschritt und in Zweierreihen in die Kirche. Mit Weihrauch wurde dann ziemlich eigeheizt und die ausgelassene Stimmung ist in die Kirche zurückgekehrt. Zumindest für kurze Zeit. Für uns hies es dann die folgende Woche: Chorporoben, Chorproben, Chorproben. Hat aber richtig viel Spaß gemacht, mit vielen wunderschönen Lieder und tanzenden Kindern. Gründonnerstag gab es dann wie in Deutschland auch einen Gottesdienst mit Fußwaschung. Hier allerdings noch ganz traditionell: Es wurden zwölf Männern die Füße gewaschen. Übrigens gibt es hier auch nur männliche Ministranten. Karfreitag war dann wie gwöhnlich um drei Uhr nachmittags Kirche. Zuerst gab es einen Kreuzweg, dann hat der eigentliche Gottesdienst begonnen. Die Liturgie ist genau wie in Deutschland auch verlaufen. Bei der Kreuzverehrung wird allerdings ganz traditionell das Kreuz Jesu geküsst. Ja und dann am Karsamstag, um 9 Uhr abends, die Osternacht. Draußen wurde das Osterfeuer entzündet und mit Kerzen dann in die Kirche eingezogen. Nach allen acht Lesungen gab es dann das Hallelujah und die Glocken, Trommeln und Tänze sind in die Kirche zurückgekehrt. Die Kirche wurde tagsüber richtig schön geschmückt und deshalb wurden dann auch Lichterketten eingeschaltet. Die hatten schon eine ganz besondere Wirkung, die Afrikaner schienen alle hellauf begeistert, uns haben sie eher an Weihnachten erinnert. Jedenfalls wurde den Rest der Messe über regelrecht gefeiert, auch wenn die Kirche nicht besonders voll war. Den Grund dafür haben wir dann auch schnell erkannt, als der Gottesdienst um halb 12 beendet war: Es war stockfinsterste Nacht und man konnte nicht einmal die Hand vor Augen sehen. Straßenlaternen oder so gibt es hier nicht. Wir haben dann selbst zu Hause noch ein wenig Ostern gefeiert. Ostersonntag war dann um neun Uhr die große Messe, die in einem eigenen Bericht genauer dargestellt wird. Ja und heute, am Ostermontag, wurde das Weihwasser gesegnet und es gab die traditionelle Taufe. Es waren sechs Täuflinge. Auch wenn die Gottesdienste hier meist etwas länger dauern als in Deutschland (zwei Stunden ist hier normal, an Feiertagen dauerts dann meist noch etwas länger), war es ein wunderschönes, farbenfrohes und ereignisreiches Osterfest. Ich bin wirklich froh, diese Erfahrung gemacht haben zu dürfen und werde es sicher noch sehr sehr lange in guter Erinnerung erhalten.

Korruption

Oder "Warum wir nicht mehr in der Secondary School unterrichten dürfen"

Das ist eine lange Geschichte, ich fang am besten ganz vorne an. Inzwischen ist es an die zwei Monate her, dass die Franzi auf der Straße von zwei Polizisten der Einwanderungsbehörde aufgehalten wurde. Sie wollten, dass wir Passkopien noch an diesem Tag in ihr Office bringen. Ging aber nicht, da ich krank das Bett gehütet habe. Bruder Samuel hat dann für uns ganz viel rumtelefoniert und uns schließlich mitgeteilt, dass wir gar nichts machen müssen, schließlich sind wir gemeinsam direkt nach unserer Ankunft in Sämtliche Büros gegangen. Und falls sie wirklich dringend etwas von uns benötigen würden, müssten wir eine amtliche MItteilung durch einen Brief bekommen. Damit war die Sache für uns erledigt und wir haben es total vergessen. Vor ein paar Wochen sind die Franzi und ich gemeinsam in die Schule gefahren, um unsere Halbjahrestests abzuholen. Dann wurden wir allerdings aufgefordert, in das Büro des Direktors zu kommen, wo wir von ebendiesen beiden Polizisten höchst unfreundlich empfangen wurden. Ob wir sie nicht verstanden hätten und warum wir nicht ihren Anweisungen gefolgt seien. Wir haben ihnen zwar alles erklärt, aber sie waren nicht zufrieden, sodass Father Colman gekommen ist und die Angelegenheit für uns geregelt hat. Am nächsten Tag ist er dann auch in deren Büro und hat die gewünschten Passkopien vorbeigebracht. Leider hat er uns dann mitgeteilt, dass wir nicht mehr unterrichten dürften, wir hätten eigentlich nie unterrichten dürfen und allein dafür sollen wir als Strafe jeder von uns 400 US-Dollar zahlen!!! Und am nächsten Tag sollen wir doch gefälligst auch selbst in das Büro kommen, wir sollen uns die Verhaltensregeln anhören. Father Colman war sehr empört und richtig wütend. Gut, dass er viele Freunde hat, zu denen auch die ganz hohen Tiere gehören. So kam es, dass der oberste Chef dieses Bezirks den Immigration-Officer zurechtgewiesen hat. Wir haben bisher glücklicherweise nichts mehr von ihm gehört. Trotzdem halten wir es für das Beste, nicht mehr in der Secondary zu unterrichten, bevor wieder neuer Ärger entstehen kann. Wir finden es selbst total bedauerlich, da uns die Arbeit in der Schule unglaublich viel Spaß gemacht hat. Und auch die Schüler waren von uns als Lehrern total begeistert. Sie waren total entsetzt, als wir ihnen mitgeteilt haben, nicht mehr unterrichten zu können. Als sie aber den Grund erfahren haben, wir haben ihnen im Wesentlichen nur "Korruption" gesagt, hat sich niemand mehr getraut, Einspruch zu erheben, sondern sie haben es eben einfach so hingenommen. Es ist wirklich erschreckend, dass es noch Länder gibt, in denen Korruption herrscht. Aber noch viel erschreckender ist die Erfahrung, selbst Opfer der Korruption zu werden. Wir haben zwar keinen direkten Schaden, aber gerade solche Erlebnisse rufen Gefühle wie Wut, Hass und Zorn hervor. Selbst wenn es nur eine einzelne Person ist, in einem Land, in dem die Korruption vorherrscht, ist man dagegen machtlos.

Immerhin können wir noch in die Schule fahren, um die Schüler und die Lehrer, mit denen wir uns inzwischen richtig gut angefreundet haben, zu besuchen und ich werde sie auch weiterhin in Deutsch unterrichten, wenn auch nicht mehr ganz so regelmäßig.

Sonntag, 6. April 2014

Schuhe und Socken - für uns alltägliche Dinge

"Nein, ich weis meine Schuhgröße nicht - Ich kann mich nicht einmal an den Tag erinnern, wann ich das letzte Mal Schuhe anhatte!"

Ich war gerade dabei, Englischtests zu korrigieren, als der Father Colman auf mich zukam und mich gebeten hat, mit meiner Kamera ein paar Fotos für ihn zu machen. Kein Problem. Und dann hat er mir erklärt, dass er für zwei Schulkinder eine Uniform gekauft hat, da sie in zerlumpten Klamotten und ohne Schuhe von der Schule gekommen und an unserem Haus vorbeigegangen sind. Er hat erzählt, wie er das Mädchen gefragt hat, ob sie ihre Schuhgröße wisse und die Antwort war, wie oben angeführt, Nein, sie habe keine Ahnung und könne sich auch nicht an den Tag zurückerinnern, wann sie in ihrem Leben das letze Mal Schuhe anhatte. !!!

Wir sind dann zusammen nach draußen zu den beiden Kindern gegangen, ein ca. 12 jähriges Mädchen und ein ca. 14 jähriger Junge. Der Father Colman hat ihnen die neuen Klamotten ausgehändigt und ihnen beim Anziehen geholfen. Er hat das Mädchen gefragt, ob sie wisse, wie man Socken anzieht. Das Mädchen, vermutlich durch meine Anwesenheit etwas eingeschüchtert hat nur genickt und versucht, in die Socken reinzuschlüpfen. So kam es, dass ich dabei war, wie ein ca. 12 jähriges Mädchen zum ersten Mal in seinem Leben Socken angezogen hat. Ein wirklich einprägsames Erlebnis, das ich wohl nie vergessen werde.

 Für uns gehören solche Sachen wie Schuhe und Socken von Geburt an zum Alltag dazu, unvorstellbar, keine Schuhe zu besitzen. Und hier sehe ich täglich einige Menschen, die barfuß rumlaufen, sicherlich nicht freiwillig. Selbst im Kindergarten haben wir Kinder, die ohne Schuhe kommen, egal bei welchem Wetter.

Unsere lieben Ziegen

Es gibt ja in der deutschen Sprache Beleidigungen wie "du blöde Kuh" oder "dumme Gans". Alles Aussagen, die ich nicht nachvollziehen kann. Was ich aber durch meine Erfahrung hier definitv sagen kann, ist, dass Ziegen wirklich dumm sind. Wir haben zwei Weibchen (beide trächtig), einen Bock und zwei Zicklein, also ziemlich viele Ziegen. Ich bin an sich ein absoluter Tierfreund, aber inzwischen sind diese Viecher zu meinen persönlichen Feinden geworden. Los gehts zum Beispiel beim Wäsche Waschen. Ich habe gerade Wäsche in einem Eimer mit ganz viel Waschpulver und Schaum und entferne mich nur wenige Meter, schon kommen diese dummen Viecher angerannt und trinken mein Waschwasser! Aber selbst wenn ich das Wasser ausschütte und neues hole, fangen die Ziegen an, meine nasse, bereits gewaschene Wäsche in einer Plastiktüte zu beschnuppern und sogar abzuschlabbern!! Also alles nochmal waschen. Selbst nach einigen geworfenen Stöcken kommen diese dämlichen Vieher wieder zurück. Aber nicht nur beim Wäschewaschen hat man seine liebe Mühe mit ihnen. Da wir bei uns im Hof eine Wasserpumpe haben, die auch von anderen Menschen benutzt wird, kommt es leider regelmäßig vor, dass ein Tor offen gelassen wurde. Die perfekte Gelegenheit für unsere lieben Ziegen, auszubüchsen. Und dann heißt es, sie wieder reinzuscheuchen, was in der prallen Mittagshitze ganz schön anstrengend sein kann. Einmal hatte ich Glück, dass mich eine befreundete Nachbarin gesehen und mir geholfen hat, die Viecher wieder heimzuscheuchen, da sie sogar so dumm waren und am Tor vorbeigelaufen sind und eine Extrarunde um die Kirche gedreht haben. Und wenn wir gerade bei der Kirche sind: Letze Woche, wir hatten gerade Chorprobe und waren in der Kirche, als unsere Chorleiterin zu lachen angefangen hat und zu uns gesagt hat, unsere Freunde seien gekommen. Und tatsächlich: Alle fünf Ziegen sind in die Kirche reinstolziert. Und das mehrere Male, auch nachdem diverse Schuhe nach ihnen geworfen wurden, bis die Franzi sie letztendlich wieder heimgescheucht hat. So, und jetzt soll noch einer behaupten, dass Gänse oder Kühe dumm sind. Aber trotz allem, ich hab die Ziegen trotzdem irgendwie lieb, wenn sie dich mit ihrem Dackelblick anschauen, vor allem die Kleinen...

Wieder mal kein Strom

  
Es tut mir leid, dass ich mich längere Zeit nicht gemeldet habe, aber wir hatten in Mangaka jetzt seit über zwei Wochen keinen Strom. Es kommt hier oft vor, dass bei Regen oder schlechter Witterung der Strom abgeschalten wird. Das ist zwar nervig, aber nicht weiter schlimm, da dies meist nur mehrere Stunden anhält. Jetzt sind mehrere Ereignisse gleichzeitig eingetreten (Regen, keine Möglichkeit, neuen Strom zu kaufen, da der einzige Computerfachmann der Stromfirma krank war, und schließlich ein Fehler im gesamten System), sodass wir seit über zwei Wochen keinen Strom mehr hatten. Mal sehen, wann es in Mangaka wieder Strom gibt.
Zwei Wochen ohne Strom? Ja, das ist möglich und man kann auch längere Zeit ohne Elektrizität leben. Wir haben das Glück, Solarlampen zu haben, sodass es abends nicht stockdunkel ist. Und die Franzi und ich haben glücklicherweise aus Deutschland Solarakkus mitgenommen, sodass wir wenigstens unsere Handys und Ipods aufladen können (vorausgesetzt, dass die Sonne scheint). Also an sich war es nicht weiter schlimm. Wir haben die Zeit genutzt und Materialien für den Kindergarten gebastelt, viel gelesen und Musik gehört. Beim Abendessen haben wir dann viele lange und sehr interessante Gespräche geführt. So haben wir auch sehr viel Neues (ja, auch nach über 8 Monaten in Tansania gibt es viele neue Sachen) über die Kultur hier erfahren. Wir hatten dann auch viel Zeit zum Nachdenken, was mir persönlich auch mal richtig gut getan hat. So gesehen hatte es nicht nur Schlechtes, keinen Strom zur Verfügung zu haben. Aber ab und zu haben wir beide uns schon sehr danach gesehnt, einfach mal den Laptop anzuschalten und einen guten Film anzuschauen....
Ergänzung: Heute (Freitag, 4.4.) haben hier in Tansania die Osterferien begonnen, momentan sind wir in Masasi und dann fahren wir weiter nach Dar es Salaam, sodass wir endlich mal wieder unsere gesamten Elektrogeräte aufladen können

Freitag, 21. März 2014

Manchmal sind es die kleinen Dinge...

...die das Leben einfacher machen, zumindest die alltäglichen Dinge, mir fällt es vor allem in der Schule und im Kindergarten auf. Hier gibt es nur weiße Kreide, das Tafelbild wirkt daher ziemlich trist. Abgewischt wird auch nur mit einem Fetzen Stoff oder auch nur mit einem Stückchen Papier, sodass es oft lange dauert, bis die Tafel einigermaßen sauber ist. Ach ja, Kreide: Die Schüler haben keinen Tippex. Wenn sie etwas Falsches in einem Test geschrieben haben, wird dieses entweder durchgestrichen oder mit weißer Kreide übermalt. A propos Test: Wenn in der Schule ein Test geschrieben wird, schreibt der Lehrer die gesamte Angabe an die Tafel und die Schüler schreiben diese ab. Wenn es sich dann beispielsweise um eine Textanalyse handelt, dauert es ziemlich lange, bis alle alles abgeschrieben haben und der eigentliche Test beginnen kann. So etwas wie Drucker gibt es hier nur sehr vereinzelt und in Schulen sind nur die Abschlussprüfungen auf Bögen gedruckt. Ansonsten schreiben die Schüler ihre Tests auf ein einzelnes Blatt Papier, dass aus dem eigenen Heft rausgerissen wird. Einen Zirkel gibt es auch nicht, stattdessen wird ein Stückchen Papier zusammengefaltet und mithilfe von zwei Stiften zu einer Zirkelkonstruktion umfunktioniert. Und Spitzer gibt es auch nicht. Selbst im Kindergarten werden die Bleistifte mit einer einfachen Rasierklinge gespitzt. Meist können das die etwas älteren Kinder schon selbst. Diese Rasierklingen sind multifinktional und werden in sehr vielen Sachen als Taschenmesser verwendet, auch die Fingernägel werden damit geschnitten. Im Kindergarten gibt es ja täglich Uji zum Essen, jedes Kind bekommt eine volle Tasse und wer keinen Löffel von zu Hause mitgebracht hat, der isst mit den Fingern. Wenn der Uji dann mal verschüttet wurde, wird der Boden nicht mit einem feuchten Lappen aufgewischt, sondern mit einem Stück schon beschriebenem, alten Papier.
Dieser Blogeintrag soll einen kleinen Einblick in das alltägliche Leben und seine Gewohnheiten hier in Tansania bieten.

Der Solidaritätskreis

Nachdem ich in den letzten Wochen ausführlich (hoffe ich doch zumindest ;) ) über meine Arbeit hier in Mangaka berichtet habe,  möchte ich einmal auf den Solidaritätskreis hinweisen. Alle genauen Informationen dazu sind auf der Seite "Solidaritätskreis" (in der Spalte rechts) zu finden.

Reise ich hier ans andere Ende der Welt,
funktioniert das alles nur mit Geld
Flüge, Sprachkurs, Wohnraum, Essen
all das muss man irgendwie begleichen,
und darf man dabei nicht vergessen,
dass die Zuschüsse des Staates leider nicht für alles reichen.
Findet ihr also meine Arbeit hier gut,
so ziehe ich vor euch den Hut,
würdet ihr meinen Einsatz mit einer kleinen Spende unterstützen,
ihr seht hier ja selbst den Nutzen.
So sage ich einstweilen Dankschön,
bis wir uns dann in Deutschland wiedersehn.

Für jede noch so kleine Untersützung bin ich wirklich sehr sehr dankbar, DANKESCHÖN, oder auf Kisuaheli:  Asante sana :)


Freitag, 7. März 2014

Unsere Arbeit im Pfarrkindergarten

Das ist hier ja schließlich unsere Hauptaufgabe: die Mithilfe im Pfarrkindergarten. Mindestens einer von uns beiden ist immer im Pfarrkindergarten anwesend. Momentan sind 24 Kinder angemeldet, Tendenz seit unserer Ankunft: steigend. Die Erzieherin ist sehr nett zu uns und auch zu den KIndern, sie schlägt kaum, was hier in Tansania eine Seltenheit ist. Leider hat sie keine gute Ausbildung, sie ist daher eher für das Lieder singen und Geschichten erzählen zuständig und sie unterrichtet Kisuaheli. Englisch und Mathe bringen wir den Kindern bei. Eine typische Unterrichtstunde sieht dabei ungefähr so aus: Mathe. Zuerst werden die Zahlen eins bis zehn an die Tafel geschrieben und dann darf jedes Kind einzeln zählen. Danach wird noch etwas Zahlen lesen geübt. Dann kommt für die Größeren das einfache Rechnen, Plus und Minus bis zehn. Anschließend schreiben wir jedem Kind seinem Leistungsgrad entsprechend Übungen in sein Heft. Kisuaheli- und Englischunterricht sieht recht ähnlich aus: Zuerst Frontalunterricht an der Tafel (oft auch in spielerischer Form) und dann schreiben die Kinder in ihre Hefte. Darauf wird hier in Tansania besonders viel Wert gelegt, da die Eltern daran den Lernfortschritt ihrer Kinder sehen können. Nach zwei Stunden gibt es dann den langersehnten Uji, einen süßen Maisbrei, für die KInder. Danach wird meistens noch gespielt, gemalt oder wir beschäftigen die Kinder anderweitig, es werden viele Lieder gesungen, sowohl auf Kisuaheli als auch auf Englisch.
Die letzten drei Wochen sahen allerdings ein wenig anders aus, da die Erzieherin operiert wurde und daher ausgefallen ist. Die Franzi und ich haben den Kindergarten quasi alleine geschmissen. Die ersten beiden Tage waren wir komplett alleine, aber es ist im absoluten Chaos geendet, da die Kinder uns nicht gehorcht haben. Bis zum Ende dieser Woche haben wir Unterstützung durch unsere Köchin bekommen (Franzi und sie haben quais ihre Jobs getauscht) Danach haben wir eine Unterstützung aus dem Ort bekommen, aber sie hat sich im Wesentlichen nur darum gekümmert, dass die Kinder halbwegs ruhig sind. Wir haben also den ganzen Unterricht selbst gestaltet und mussten auch die Teile der afrikanischen Erzieherin (Lücken durch Geschichten oder  Lieder füllen) übernehmen. Anfangs fiel es uns noch recht schwer, die überdrehten KInder in den Griff zu bekommen und sie wirklich ununterbrochen zu beschäftigen, aber inzwischen klappt es erstaunlich gut. Und nicht nur die Kinder haben in diesen drei Wochen erstaunlich viel gelernt, wir als Lehrer auch: Die Kinder können jetzt einige Lieder auf Englisch und wir auch etliche auf Kisuaheli. Aber auch die andere Seite haben wir selbst erfahren: Wie schwierig es ist, ein autoritärer Lehrer zu sein, der sich durchsetzen und über zwanzig Kinder in Schacht halten kann.
Da es im Kindergarten leider kaum Material zum Lernen oder Spielen gibt, haben wir es uns von Beginn an zu unserer Aufgabe gemacht, in unserer Freizeit diese Materialien Herzustellen. So haben wir schon einen Ball, diverse Plakate und Memorykarten gebastelt. Bauklötze, weitere Bälle, ein Heft zum Schreibenlernen und diverse andere Beschäftigungsmöglichkeiten sind bereits in Arbeit.

Sonntag, 2. März 2014

Meine Arbeit in der Mangaka Secondary School

Wie schon des Öfteren erwähnt, unterrichte ich in der örtlichen Secondary School Englisch. Meine Klasse ist Form 3, also diejenigen, die in einem Jahr ihren Abschluss machen. Ich unterrichte 6 Stunden die Woche, jeweils drei Doppelstunden. In dieser Klasse sind insgesamt um die 70 Schüler, aber aus den unterschiedlichsten Gründen sind meist so an die 40 Schüler anwesend. An einem Tag waren es auch nur 10. Der Altersdurchschnitt sind ca. 16 Jahre, mache sind aber auch 15 oder 18. So, des waren jetzt die groben Rahmenbedingungen.

Meine Aufgabe ist es, ihnen Englisch beizubringen. Hier in Tansania ist zwar die zweite Landessprache Englisch und auch in der Secondary School werden alle Fächer auf Englisch unterrichtet, aber das heißt noch lange nicht, dass die Schüler die Sprache beherrschen. Ich versuche also in meinem Unterricht, sowohl den Schulstoff zu vermitteln als auch das Basisenglisch zu erweitern. Jede Unterrichtsstunde gibt es daher ein paar neue Vokabeln, die ihnen im alltäglichen Leben, aber vor allem auch in den anderen Fächern weiterhelfen sollen. Manchmal finde ich es echt erschreckend, dass die Schüler einen Aufsatz auf Englisch schreiben sollen, ihnen aber die alltäglichen Vokabeln fehlen. Zum Unterrichtsstoff des Lehrplans zählen Grammatik, Lese-und Hörverstehen, Analysen und das Schreiben von verschiedensten Texten, wie Essays, Briefe, Sachtexte (ganz ähnlich wie bei uns in Deutschland).

Teilweise ist es wirklich schwierig, den Unterrichtsstoff zu erklären, da den Schülern die nötigen englischen Vokabeln und mir die notwendigen Wörter auf Kisuaheli fehlen (teilweise existieren diese aber auch gar nicht). Glücklicherweise gibt es ein paar sehr gute Schüler, die dann entsprechend vermitteln können.

Momentan bringe ich den Schülern die Grundlagen der Textanalyse bei, was man dabei beachten muss und was für die spezifische Textsorte relevant ist. Auch habe ich ihnen Zeiten beigebracht und sie haben diverse Texte schreiben müssen, die ich dann meist übers Wochenende korrigiert habe. Ja, auch das gehört zum Job eines Lehrers dazu. Aufsätze und Tests korrigieren. Und der Unterricht muss auch immer gut vorbereitet werden, manchmal können so 80 Minuten Unterrichtszeit ziemlich lang sein.

Mir persönlich macht die Arbeit in der Secondary sehr viel Spaß. Ich bemühe mich sehr, den Schülern so viel wie möglich beizubringen, denn dem tansanischen Schulsystem mangelt es an einigem, auch an gut ausgebildeten Lehrern. Es ist schon erschreckend zu sehen, dass der normale Unterricht meist Monolog des Lehrers an der Tafel. Aber wie soll es anders gehen? Die Schüler haben nicht einmal Schulbücher, die einzigen vorhandenen Unterrichtsmaterialen sind eine Tafel und Kreide. Wir Lehrer haben Bücher, die eigentlich für die Schüler gedacht sind, also zwar mit Übungen, aber meist ohne richtige Lösung oder großartigen Beispielen.

Ich habe mir es angewohnt, ab und zu meinen Ipod mit in die Schule zu nehmen und mit den Schülern dann gemeinsam ein Lied zu analysieren. Es macht ihnen unglaublich viel Spaß, ich vermute mal, weil sie so etwas davor noch nicht gemacht haben. (Bei so einem Lied kann man auch ziemlich viel lernen: neue Vokabeln, Hörverstehensübungen, grammatikalische Phänomene,...) Mich freut es jedes Mal wahnsinnig zu sehen, wie glücklich die Schüler dabei sind und wie motiviert sie auf einmal mitarbeiten. Für mich ist es kein großer Aufwand, meinen Ipod mitzunehmen, aber wenn ich sehe, was ich damit bewirken kann, dann merke ich, dass es irgendwie gut ist, was ich hier tue....

Sonntag, 23. Februar 2014

Komm, wir fahren nach Mosambik

Ja, warum denn nicht? Das hab ich mir gestern nach dem Mittagessen gedacht, als die Franzi mir gesagt hat, dass wir einen Ausflug nach Mosambik machen können.
 Also es kam so: Wir sind hier in Mankaga gut 70 Kilometer von der Grenze entfernt, besser gesagt von der 2010 fertiggestellten Brücke, die der einzige Übergang von Tanzania nach Mosambik ist. Da wir gestern Besuch aus Österreich hatten, der unbedingt die Grenze sehen wollte, hatten wir die Möglichkeit, mitzufahren. Nach knapp zwei Stunden Autofahrt (für tansanische Verhältnisse ein Katzensprung) waren wir dann also da: An der Grenze von Tanzania zu Mosambik. Der Grenzfluss ist wahrlich beeindruckend: riesig und von Menschenhand absolut unberührt. Ein wunderschönes Naturereignis. 2004 wurde mit dem Bau der Brücke begonnen, die 2010 fertiggestellt wurde. Wir haben eine sehr interessante Führung und einen Vortrag über die Funktionsweise der Brücke bekommen, bis wir endlich an der Grenzmarkierung angekommen sind. So also riecht die Luft in Mosambik :) Wie haben unzählige Erinnerungsfotos gemacht. Das Erstaunliche, aber etwas Traurige daran: Wir konnten uns problemlos mitten auf die Brücke setzen, denn da ist absolut nichts los. In den ca. zwei Stunden sind gerade mal zwei Autos über diese Brücke gefahren. Der erhoffte Auffschwung für die Grenzregionen ist also ausgeblieben, wir haben uns gefragt, warum die Brücke ausgerechnet da gebaut worden ist und nicht in direkter Küstennähe...

Wir hatten jedenfalls einen wunderschönen Samstagnachmittag und können jetzt behaupten, sogar in Mosambik gewesen zu sein :)

Unser afrikanischer Speiseplan

Da ich in der letzten Zeit oft gefragt wurde, was wir hier eigentlich so essen, habe ich gedacht, ich schreibe einfach mal einen Blogeintrag übers Essen. Ich fang mal von hinten an..

Samstags gibt es meist typisch Deutsches essen, weil wir da selbst kochen, da die Köchin frei hat. Für uns eine sehr gelegene Abwechslung und auch die Brüder hier freuen sich meistens sehr darüber.

Ansonsten gibt es hier sehr traditionelles tansanisches Essen. Zum Frühsstück bekommen wir selbst gebackenes Brot, Erdnussbutter und Schwarztee, ab und zu Marmelade oder Honig (aber nur in der kalten Jahreszeit möglich). Ab und zu auch Chapati (eine Art Pfannkuchen) oder Maandazi (eine Art Krapfen). Im Kindergarten bekommen die Kinder Uji, einen Mais, Mehl, Getreide- Brei. Mittags gibt es meist Ugali mit Bohnen oder Soße, Fleisch und gekochtem Grünzeug. Ugali? Ja, richtig gelesen. Das ist eine weiße Pampe aus Maismehl. An sich geschmacksneutral und auch nichts so schlecht, aber vor allem anfangs sehr gewöhnungsbedürftig. Abends gibt es meistens Reis mit Soße, Fleisch und Grünzeug. Ab und zu aber auch Kochbananen, Kartoffeln oder Mais. Das hängt auch sehr von der Jahreszeit ab, je nachdem, was es halt gerade gibt. Hier in Mangaka haben die Brüder viele eigene Felder. Momentan gibt es deshalb sehr oft Bananen oder Mais.

Und dann gibt es immer noch ganz viele Früchte, auch hier saisonabhängig. Momentan gibt es vor allem Orangen, Bananen, Passionsfrucht und Topetope. Ja, es gibt hier auch einige Früchte, die es nicht in Deutschland zu kaufen gibt. Ansonsten gibt es noch sehr viel Mango, Papaja, Jackfruit, Kokosnuss, Wassermelone oder Zitronen.

So, habt ihr jetzt noch irgendwelche Fragen zum Essen? ;)

Samstag, 15. Februar 2014

Meine Arbeitswoche

So, hier kommt mal ein Einblick in meine Arbeit. Dieser "Stundenplan" ist allerdings eine idealisierte Form, es kommt sehr selten vor, dass wirklich alles stattfindet. Der Kirchenchor fällt beispielsweise bei Regen aus oder in der Secondary findet wegen einer anderen Veranstaltung kein Unterricht statt...

Montag:
8.00 - 12.00: Kindergarten    13:10 - 14.30: Secondary    evtl. noch Deutschunterricht

Dienstag:
8.00 - 9.20: Secondary        10.00 - 12.00: Kindergarten    ca. 16.30: Kirchenchor (open                                                                                                                                                              end)
Mittwoch
8.00 - 12.00: Kindergarten    13.10 - 14.30: Secondary    14.30 - ca. 15.30: Deutsch-                                                                                                             unterricht für Lehrer der Secondary

Donnerstag:
8.00 - 12.00: Kindergarten                    ca. 16.30: Kirchenchor

Freitag:
8.00 - 11.00: Kindergarten

In den Freiräumen ist Zeit zum Wäsche waschen und der Unterricht für die  Secondary muss vorbereitet werden, was manchmal recht lange dauert (ich unterrichte Englisch). Ansonsten basteln wir Materialien für den Kindergarten, schreiben Berichte oder genießen unsere Freizeit...

Freitag, 7. Februar 2014

Halbzeit

4. Februar 2014

Heute heißt es also: Halbzeit. Zeit für ein Fazit der etwas anderen Art. Ein kleines Ranking mit den jeweiligen Top Drei. Die mit Sternchen gekennzeichneten Punkte werden im Anschluss genauer erläutert.

Was ich am meisten vermisse:
1. natürlich meine Familie und Freunde
2. eine vernünftige Toilettenspülung *
3. eine Waschmaschine *

Was mich hier immer noch ziemlich nervt
1. dämliche Krankheiten wie Malaria, Typhus, Parasiten, Würmer...
2. die Unpünktlichkeit und dass man desalb sehr oft sehr lange warten muss *
3. die Moskitos und das damit verbundene Moskitonetz*

Was mir hier sehr viel Spaß macht
1. die Arbeit im Kindergarten
1. die Arbeit in der Secondary
1. der Kirchenchor

Worauf ich überhaupt keinen Bock mehr habe
1. übelst schlechte Internetverbindung*
2. Fahrrad fahren bei über 40 ° C *
3. Wäsche Waschen

*zur Toilettenspülung: Da wir hier kein fließend Wasser haben, was an sich nicht so schlimm ist, da ich mich inzwischen an das Duschen mit dem Eimer gewöhnt habe, gibt es aber auch keine funktinierende Toilettenspülung, Wir versuchen zwar, den unangenehmen Geruch einzudämmen, indem wir fleißig Wasser in die Toilette kippen, aber so ganz lässt der Geruch dadurch nicht eintfernen. UNd auch eine bräunliche Grundfärbung des Wassers innerhalb der Kloschüssel ist unvermeidbar...
*zum Waschen: An sich finde ich das Wäsche waschen nicht so schlimm. Es ist zwar keine wunderschöne Arbeit, aber immerhin hat man eine sinnvolle Beschäftigung und man sieht schon nach kurzer Zeit erste Erfolge. Wenn es aber um Handtücher, Bettdecken, BHs oder ähnliches geht, sehne ich mich schon sehr nach einer funktionierenden Waschmaschine. Außerdem kann man damit sehr viel Zeit sparen..
* zur Unpünktlichkeit: Dass man manchmal über zwei Stunden in einem Bus warten muss, bevor er abfährt, habe ich ja bereits erwähnt. Aber es gibt so viele andere Situationen, in denen man sehr lange auf andere warten muss, zum Beispiel beim Kirchenchor, in der Schule, wenn man mit jemandem verabredet ist...
* dass Moskitos nervig sind ist klar. So gesehen ist das Moskitonetz eine richtig gute Erfindung. Was mich persönlich allerdings stört, ist, dass ich oft darin hängenbleibe, sei es mit Haarklammern, Armbändern, Ketten... Man muss sehr vorsichtig sein, um keine Löcher reinzumachen...
* zur Internetverbindung: Dass das Internet hier grottig ist, darunter haben nicht nur wir zu leiden, sondern auch unsere Familien und Freunde. Immerhin haben wir die Möglichkeit, ab und zu nach Masasi zu fahren, wo wir eine recht gute D-Lan Verbindung benutzen können, um Rundbriefe zu verschicken oder mal mit den Liebsten zu skypen
* zum Fahrradfahren: Dass wir uns Fahrräder gekauft haben, war ein Stückchen Freiheit und Unabhängigkeit zu erlangen. Wir fahren damit immer in die Secondary School zum Unterrichten. An sich ja sehr praktisch. Da ich aber zweimal in der Woche nachmittags unterrichte, wo es bereits im kühlen Zimmer über 30° Celsius warm ist, die Strecke auch noch durch einen Berg gezeichnet ist und eigentlich jeder nur ein kühles Plätzchen zum Ausruhen sucht, bin ich meistens recht unmotiviert, mich auf das Fahrrad zu schwingen und diesen Weg auf mich zu nehmen. In der Sonne sind es sicherlich über 40°...


Sonntag, 2. Februar 2014

Der Kirchenchor von Mangaka

Von der ersten Woche an sind wir zu festen Mitgliedern des Kirchenchores geworden. Ich persönlich bin darüber unglaublich glücklich. Denn hier ist es nicht nur das Singen. Zu jedem Lied gibt es einen bestimmten Tanz, egal ob im Sitzen, Stehen oder Knien. Dadurch wird ein Gottesdienst richtig lebhaft und es entsteht eine sehr feierliche und fröhliche Atmosphäre.

Geprobt wird dreimal die Woche, aber leider kommen nie alle Mitglieder. Wir bemühen uns so oft wie möglich an den Proben teilzunehmen und das bisher auch recht erfolgreich. Da es keine Liederbücher gibt, schreiben wir uns die Texte immer auf, sodass wir meistens auch mitsingen können. Manchmal ist es aber trotzdem recht schwer, so Wörter wie "ufufuko" oder "migogoro" sind für uns einfach ungewöhnlich und wenn sie dann noch schnell gesungen werden...

Besonders am Anfang war und ist es für uns ungewohnt und in gewisser Weise peinlich, während des Gottesdienstes zu tanzen. Allein durch die Hautfarbe fällt man ja sowieso schon auf, aber wenn einen dann alle anstarren und man selbst nicht weis, was man eigentlich machen soll, ist es richtig peinlich. Und der Chor sitzt natürlich ganz vorne, sodass ihn alle gut sehen können. Immerhin ist die Chorleiterin total nett und auch schon eine richtig gute Freundin von uns. Da ist es dann nicht ganz so schlimm, wenn sie einen in der Probe verarscht, weil man sich beim Tanzen einfach dämlich anstellt. Manchmal frage ich mich, wie diese Körperbewegungen überhaupt möglich sind... Jedenfalls haben wir in den Proben immer sehr viel Spaß und die Anderen etwas zu lachen...

Mal wieder was übers Kranksein

1.2.14:
Nochmal mein eindringlicher Ratschlag an alle, die mal nach Tansania wollen: Werdet dort bloß nicht krank!!!

Inzwischen haben die Franzi und ich gemeinsam wohl alle möglichen Krankheiten durch: alle Arten von Malaria, Parasiten, Infektionen, Würmer, Salmonellen, Typhus...

Wenn man eine Krankheit rechtzeitig bemerkt, ist es allerdings nicht ganz so schlimm, man geht zum Arzt, bekommt Medikamente und nach ein paar Tagen ist in der Regel alles wieder in bester Ordnung.

Eigentlich wollte ich in diesem Beitrag etwas über unsere Arbeit hier schreiben, aber aus gegebenem Anlass eben jetzt dieser Beitrag. Letzte Woche hat es mich nämlich ziemlich heftig erwischt, sodass ich nicht arbeiten konnte. Danke an dieser Stelle an die Franzi. Ich will nicht wissen, was gewesen wäre, wenn sie mich nicht ins Krankenhaus geschleppt hätte... Da hat sie sich dann auch sehr rührend um mich gekümmert. Danke, Danke, Danke, ich wüsste nicht, was ich ohne dich gemacht hätte :)

An sich ist die medizinische Versorgung in Tansania recht gut, es gibt in den meisten Orten kleine Krankenstationen, in denen die meisten Krankheiten behandelt werden können. Malariatest, Typhustest oder andere Untersuchungen sind dort möglich und meistens werden auch die richtigen Medikamente direkt vor Ort verkauft. Und wenns sein muss, kann man auch ins Krankenhaus gehen. Wir haben hier in Ndanda  ein sehr sehr gutes Krankenhaus, das von den Benediktinern aus Deutschland aufgebaut wurde.

Also alles in allem wird man hier schon relativ gut versorgt, die beste Methode ist allerdings gar nicht erst krank zu werden. Wir werden uns diesbezüglich beide sehr bemühen ;)

Sonntag, 26. Januar 2014

Wahnsinn, wie die Zeit vergeht

Heute ist der 26. Januar- nun ist es bereits genau 6 Monate her, dass ich am Münchner Flughafen stand und mich von meiner Familie verabschiedet habe. 6 Monate, ein halbes Jahr; die sogenannte Halbzeit. Zeit, einmal nach hinten zu schauen und zu reflektieren, was bisher alles so geschehen ist:

erster Monat: der Sprachkurs:

Wenn ich jetzt so zurückdenke, war der Sprachkurs eine wunderschöne Zeit. Das Lernen war zwar anstrengend und wir waren alle oft überfordert, aber ich persönlich habe es sehr genossen, in der großen Gruppe Ausflüge zu  machen, sich über Erfahrungen auszutauschen und sich gegenseitig dabei zu helfen, sich in der neuen Kultur zurecht zu finden.

September - November

Unsere Zeit in Chiungutwa. Besonders durch viele Probleme geprägt, aber inzwischen gelingt es mir, vor allem an die schönen Seiten zurückzudenken. Die Arbeit in Kindergarten und Schulen hat mich mit sehr viel Freude erfüllt. Und in diesen drei Monaten habe ich unwahrscheinlich viel dazugelernt - sowohl durch die guten als auch durch die schlechten Erfahrungen.

November/Dezember

Hier war die Übergangsphase in Masasi, wo wir vor allem auf dem Feld und im Haus mitgearbeitet haben. Es war eine ziemlich ruhige Zeit, die aber besonders als Ausgleich richtig gut getan hat. Zeit, noch einmal über alle Ereignisse in Chiungutwa nachzudenken und Zeit der Entscheidung, wie es weitergehen soll.

Dezember/ Anfang Januar

Das Zwischenseminar und unser gemeinsamer Urlaub. Eine wunderschöne Zeit. Zeit der Reflektion, des Erfahrungsaustausches, der Abwechslung und einfach mal Zeit zum Abschalten. Und für uns hies es hier vor allem: Kraft tanken für die zweite Hälfte.

Januar

Der Umzug nach Mangaka, an die neue Einsatzstelle und Eingewöhnungsphase. Inzwischen fühlen wir uns beide sehr sehr wohl, die Arbeit (eigener Bericht folgt) macht uns sehr viel Spaß und mit den Brüdern, Arbeitskollegen und allen anderen Einwohnern verstehen wir uns auch richtig gut.

Natürlich ist es irgendwie komisch, so lange von der Heimat, der Familie und den Freunden getrennt zu sein, schließlich gibt es immer wieder mal Phasen des Heimwehs und es ist teilweise schon erstaunlich, was man so alles vermisst, aber es gibt noch so viele spannende Dinge, die ich hier noch erleben will...

Oh, wer wohnt in der Ananas ganz tief im Meer

Richtig, Spongebob Schwammkopf. Ich möchte heute über ein ganz spezielles, kurzes Ereignis berichten. Es ist zwar nichts typisch afrikanisches oder so, aber ich selbst werde es wohl nicht so schnell vergessen. Es war an einem Mittwochabend, wir waren bereits alle am Esstisch versammelt, das Essen stand auch schon bereit. Hier läuft abends immer der Fernseher, es werden in der Regel die Nachrichten angeschaut. Heute war aber ein falscher Sender drinnen, sodass durchgezappt wurde. Die Franzi und ich waren voll begeistert von der Auswahl der Fernsehsender. Und dann kam auf einmal Spongebob Schwammkopf. Wir waren beide sehr erstaunt und mussten lachen. Also haben wir kurz Spongebob gelassen. Allerdings war es gerade an der Zeit für das Tischgebet, sodass wir gebetet haben, während im Hintergrund unüberhörbar Spongebob mit Thaddäus gestritten hat. Ich musste mich so zusammenreißen, nicht laut loszulachen. DIe Situation war einfach zu absurd. Als wir dann zum Essen angefangen haben, wurden die Nachrichten bereits gefunden.

Die Tansanier und ihre Feiertage

16.1.14:

Wer behauptet, dass die Deutschen das Volk mit den meisten Feiertagen sind, der hat sich getäuscht. Hier in Tansania herrscht eine sehr interessante Mentalität, an die wir uns bisher noch nicht gewöhnen konnten. In Chiungutwa ist es bereits vorgekommen, dass wir am Montag in der Früh zur Arbeit gegangen sind und dann festgestellt haben, dass die ganze Woche Ferien sind. Hier hätten wir unsere Arbeit eigentlich am 6. Januar anfangen sollen, zumindest wurde uns davor gesagt, dass dann die Ferien zu Ende sind. Die haben dann allerdings noch eine Woche länger gedauert. Und dann haben wir nicht am Montag, sondern am Mittwoch angefangen. Dienstag war ein muslimischer Feiertag, ok. Aber der Montag war auch frei. Und warum? Weil am Sonntag ebenfalls ein Feiertag war. Da dieser freie Tag aber auf einen sowieso schon freien Tag gefallen ist, wurde quasi der zusätzliche freie Tag am Montag nachgeholt. Ja, hier werden Feiertage nachgeholt, wenn sie auf sowieso schon freie Tage fallen :D Da soll sich noch jemand auskennen, wir jedenfalls nicht. Und oft wissen die Tansanier selbst nicht, an welchem Tag der Feiertag eigentlich ist.

Sonntag, 12. Januar 2014

Endlich angekommen!!!

Diesen Montag war es also so weit: wir sind an unsere neue Einsatzstelle gekommen, nach Mangaka. Das bisher allerbeste dort: Wir haben ein sehr großes Zimmer mit einem Schrank!!! Dieses Gefühl, nach über fünf Monaten endlich seinen Koffer auspacken zu können, ist einfach unbeschreiblich. Es ist schon erstaunlich, was man da so alles findet. Inzwischen haben wir uns unser Zimmer sehr gemütlich eingerichtet, Bilder und Briefe aus der Heimat zieren sowohl Wände als auch unseren Schrank. Momentan sind noch Ferien, unsere Arbeit hier wird erst nächste Woche losgehen. Aber wir hatten auch bisher einiges zu tun: Einen riesigen Wäscheberg waschen, der sich im Urlaub angesammelt hatte, ins Office gehen und sich als Lehrer anmelden, Fahrräder besorgen, in Kontakt mit den Menschen kommen... Die Leute hier sind alle furchtbar nett, wir haben bereits ein paar Freunde gefunden. Mit einer waren wir Freitag Abend in der örtlichen Disco. Es ist echt erstaunlich, wie viel man auch dort über die Kultur der Tansanier lernt. Ihre Bewegungskünste und Tanzgewohnheiten sind einfach der Wahnsinn. Daneben fühlt man sich selbst total ungelenkig...

So, nun noch zu unserer Lebenssituation hier: Wie schon erwähnt teilen wir uns ein recht großes, inzwischen wunderschönes Zimmer. Wir leben hier zusammen mit dem örtlichen Pfarrer und einem Bruder. Es gibt weder fließend Wasser noch Strom. Aber wir haben eine eigene Wasserpumpe im Hof und Abends wird für  zwei Stunden ein Generator angeschalten, sodass wir Licht haben und unsere Geräte aufladen können. Bisher sind wir beide äußerst zufrieden und können es kaum erwarten, wieder mit den Kindern und Jugendlichen zu arbeiten.

Sonntag, 5. Januar 2014

URLAUB!!!

Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erleben... Ja, während dieser Reise, die fast einen Monat lang gedauert hat, haben wir wirklich viel erlebt. Für uns fing alles mit der Busfahrt von Masasi nach Mkuranga an. Über neun Stunden in einem Reisebus, aber wir sind unbeschadet angekommen. In Mkuranga, einem Ort ganz in der Nähe von Dar es Salaam, haben wir Andi, einen Mitfreiwilligen, besucht. Dann sind wir am Wochenende zusammen nach Dar gefahren, wo wir alle anderen Freiwilligen der Salvatorianer wiedergesehen haben. Es gab ja so wahnsinnig viel zu erzählen. Und dann mussten wir in Dar noch so viele wichtige Sachen erledigen: Zum Subway gehen, nach über vier Monaten eine Pizza essen, Vorräte für die nächsten Monate einkaufen (ich beispielsweise fünf Tuben Zahnpasta) und einfach mal das Zusammensein mit seinen Freunden genießen. Am Montag sind wir dann zusammen zum Zwischenseminar nach Bagamoyo gefahren, worüber ich ja bereits berichtet habe. Von dort sind wir nach Dar, wo wir eine Nacht in einem sehr günstigen Hotel verbracht haben, bevor am nächsten Morgen unser Bus nach Pangani, nördlich von Dar, ging. Nach einer sehr lagen Busfahrt, einem Übersetzen mit der Fähre und einer weiteren Taxifahrt sind wir am Abend in unserem Hotel angekommen: Dem Beach Crab Resort in Pangani. Sehr zu empfehlen. Es liegt nämlich an einem der schönsten Strände Tansanias und da es etwas abgelegen ist, ist es nahezu Moskitofrei. Das Meer ist einfach so wunderschön und der Strand einfach ein Traum. Ich könnte bestimmt  mehrere Seiten mit der Beschreibung der Natur füllen, aber das würde dann wohl kaum jemand lesen. Nur so viel:  Es war einfach traumhaft, das perfekte Urlaubsparadies. Dort haben wir auch Weihnachten verbracht. Am 24. Dezember sind wir Schnorcheln gegangen. Auch hier nur eine kurze Zusammenfassung: Nemo lebt und Korallen können wirklich riesengroß  werden. Abends haben wir dann bei einem sehr delikaten drei-Gänge-Menü Weihnachten gefeiert und uns gegenseitig kleine Geschenke gemacht. Mit Wein, Gitarrenklängen, Billiard und Kicker wurde der Weihnachtsabend ausgeleitet. Da in Tansania eigentlich erst am 25. Dezember so richtig Weihnachten gefeiert wird, hat das Hotel an diesem Abend ein großes Barbecue am Strand bei Kerzenschein veranstaltet. Insgesamt war es ein sehr gelungenes Weihnachtsfest, aber man kann es natürlich nicht mit Weihnachten gemeinsam mit der Familie vergleichen. Am nächsten Tag sind wir dann mit dem Speedboat nach Zanzibar, der letzten Etappe unserer Reise, gefahren. Dort haben wir die ersten vier Tag in der Hauptstadt Stonetown verbracht. Diese Stadt ist einfach der Wahnsinn. Unser Hotel hatte eine wunderschöne Dachterasse, sodass man einen super Ausblick über die ganze Stadt hatte. Was ich persönlich sehr faszinierend finde: Dort stehen mindestens zehn Moscheen, drei Kirchen und ein Hindutempel direkt nebeneinander, und niemand hat damit ein Problem. Aber Stonetown hat noch viel mehr zu bieten: es gibt einen riesigen Markt, unzählige Geschäfte, wo es die für Afrika typischen "Chillerhosen" zu kaufen gibt (ja, wir Mädels sind natürlich dem Kaufrausch verfallen), viele gute Restaurants und auch einige Möglichkeiten, abends Feiern zu gehen oder an der Strandpromenade entlang zu schlendern. Es gibt natürlich auch sehr viele touristische Angebote. Wir haben es uns nicht nehmen lassen und haben eine Gewürztour gemacht. In Stonetown gibt es so viele schöne Sachen, wir waren fast ein wenig enttäsucht, als es bald schon zu unserer endgültig letzten Station ging: Paje, ein Dorf an der Ostküste Zanzibars. Aber Meer, Sonne und Strand sind natürlich auch nicht unbedingt schlecht. Also eigentlich sogar richtig gut, aber ich will nicht schon wieder ins Unendliche verfallen. Ja, und bald schon war Sylvester da. Hierzu nur so viel: Was gibt es schöneres, als den Sonnenaufgang von Neujahr am Strand anzuschauen?

Am 4. Januar war dann der Urlaub wieder vorbei... Jetzt sitze ich wieder in Masasi, voller Hoffnungen und Erwartungen. Denn Morgen gehts in die neue Einsatzstelle nach Mangaka.  Auch wenn der Urlaub wunderschön und eine richtig gute Abwechslung war, jetzt ist es wieder an der Zeit, zu arbeiten. Ich bin schon sehr gespannt, was mich in Mangaka alles erwartet...