...die das Leben einfacher machen, zumindest die alltäglichen Dinge, mir fällt es vor allem in der Schule und im Kindergarten auf. Hier gibt es nur weiße Kreide, das Tafelbild wirkt daher ziemlich trist. Abgewischt wird auch nur mit einem Fetzen Stoff oder auch nur mit einem Stückchen Papier, sodass es oft lange dauert, bis die Tafel einigermaßen sauber ist. Ach ja, Kreide: Die Schüler haben keinen Tippex. Wenn sie etwas Falsches in einem Test geschrieben haben, wird dieses entweder durchgestrichen oder mit weißer Kreide übermalt. A propos Test: Wenn in der Schule ein Test geschrieben wird, schreibt der Lehrer die gesamte Angabe an die Tafel und die Schüler schreiben diese ab. Wenn es sich dann beispielsweise um eine Textanalyse handelt, dauert es ziemlich lange, bis alle alles abgeschrieben haben und der eigentliche Test beginnen kann. So etwas wie Drucker gibt es hier nur sehr vereinzelt und in Schulen sind nur die Abschlussprüfungen auf Bögen gedruckt. Ansonsten schreiben die Schüler ihre Tests auf ein einzelnes Blatt Papier, dass aus dem eigenen Heft rausgerissen wird. Einen Zirkel gibt es auch nicht, stattdessen wird ein Stückchen Papier zusammengefaltet und mithilfe von zwei Stiften zu einer Zirkelkonstruktion umfunktioniert. Und Spitzer gibt es auch nicht. Selbst im Kindergarten werden die Bleistifte mit einer einfachen Rasierklinge gespitzt. Meist können das die etwas älteren Kinder schon selbst. Diese Rasierklingen sind multifinktional und werden in sehr vielen Sachen als Taschenmesser verwendet, auch die Fingernägel werden damit geschnitten. Im Kindergarten gibt es ja täglich Uji zum Essen, jedes Kind bekommt eine volle Tasse und wer keinen Löffel von zu Hause mitgebracht hat, der isst mit den Fingern. Wenn der Uji dann mal verschüttet wurde, wird der Boden nicht mit einem feuchten Lappen aufgewischt, sondern mit einem Stück schon beschriebenem, alten Papier.
Dieser Blogeintrag soll einen kleinen Einblick in das alltägliche Leben und seine Gewohnheiten hier in Tansania bieten.
Freitag, 21. März 2014
Der Solidaritätskreis
Nachdem ich in den letzten Wochen ausführlich (hoffe ich doch zumindest ;) ) über meine Arbeit hier in Mangaka berichtet habe, möchte ich einmal auf den Solidaritätskreis hinweisen. Alle genauen Informationen dazu sind auf der Seite "Solidaritätskreis" (in der Spalte rechts) zu finden.
Reise ich hier ans andere Ende der Welt,
funktioniert das alles nur mit Geld
Flüge, Sprachkurs, Wohnraum, Essen
all das muss man irgendwie begleichen,
und darf man dabei nicht vergessen,
dass die Zuschüsse des Staates leider nicht für alles reichen.
Findet ihr also meine Arbeit hier gut,
so ziehe ich vor euch den Hut,
würdet ihr meinen Einsatz mit einer kleinen Spende unterstützen,
ihr seht hier ja selbst den Nutzen.
So sage ich einstweilen Dankschön,
bis wir uns dann in Deutschland wiedersehn.
Für jede noch so kleine Untersützung bin ich wirklich sehr sehr dankbar, DANKESCHÖN, oder auf Kisuaheli: Asante sana :)
Reise ich hier ans andere Ende der Welt,
funktioniert das alles nur mit Geld
Flüge, Sprachkurs, Wohnraum, Essen
all das muss man irgendwie begleichen,
und darf man dabei nicht vergessen,
dass die Zuschüsse des Staates leider nicht für alles reichen.
Findet ihr also meine Arbeit hier gut,
so ziehe ich vor euch den Hut,
würdet ihr meinen Einsatz mit einer kleinen Spende unterstützen,
ihr seht hier ja selbst den Nutzen.
So sage ich einstweilen Dankschön,
bis wir uns dann in Deutschland wiedersehn.
Für jede noch so kleine Untersützung bin ich wirklich sehr sehr dankbar, DANKESCHÖN, oder auf Kisuaheli: Asante sana :)
Freitag, 7. März 2014
Unsere Arbeit im Pfarrkindergarten
Das ist hier ja schließlich unsere Hauptaufgabe: die Mithilfe im Pfarrkindergarten. Mindestens einer von uns beiden ist immer im Pfarrkindergarten anwesend. Momentan sind 24 Kinder angemeldet, Tendenz seit unserer Ankunft: steigend. Die Erzieherin ist sehr nett zu uns und auch zu den KIndern, sie schlägt kaum, was hier in Tansania eine Seltenheit ist. Leider hat sie keine gute Ausbildung, sie ist daher eher für das Lieder singen und Geschichten erzählen zuständig und sie unterrichtet Kisuaheli. Englisch und Mathe bringen wir den Kindern bei. Eine typische Unterrichtstunde sieht dabei ungefähr so aus: Mathe. Zuerst werden die Zahlen eins bis zehn an die Tafel geschrieben und dann darf jedes Kind einzeln zählen. Danach wird noch etwas Zahlen lesen geübt. Dann kommt für die Größeren das einfache Rechnen, Plus und Minus bis zehn. Anschließend schreiben wir jedem Kind seinem Leistungsgrad entsprechend Übungen in sein Heft. Kisuaheli- und Englischunterricht sieht recht ähnlich aus: Zuerst Frontalunterricht an der Tafel (oft auch in spielerischer Form) und dann schreiben die Kinder in ihre Hefte. Darauf wird hier in Tansania besonders viel Wert gelegt, da die Eltern daran den Lernfortschritt ihrer Kinder sehen können. Nach zwei Stunden gibt es dann den langersehnten Uji, einen süßen Maisbrei, für die KInder. Danach wird meistens noch gespielt, gemalt oder wir beschäftigen die Kinder anderweitig, es werden viele Lieder gesungen, sowohl auf Kisuaheli als auch auf Englisch.
Die letzten drei Wochen sahen allerdings ein wenig anders aus, da die Erzieherin operiert wurde und daher ausgefallen ist. Die Franzi und ich haben den Kindergarten quasi alleine geschmissen. Die ersten beiden Tage waren wir komplett alleine, aber es ist im absoluten Chaos geendet, da die Kinder uns nicht gehorcht haben. Bis zum Ende dieser Woche haben wir Unterstützung durch unsere Köchin bekommen (Franzi und sie haben quais ihre Jobs getauscht) Danach haben wir eine Unterstützung aus dem Ort bekommen, aber sie hat sich im Wesentlichen nur darum gekümmert, dass die Kinder halbwegs ruhig sind. Wir haben also den ganzen Unterricht selbst gestaltet und mussten auch die Teile der afrikanischen Erzieherin (Lücken durch Geschichten oder Lieder füllen) übernehmen. Anfangs fiel es uns noch recht schwer, die überdrehten KInder in den Griff zu bekommen und sie wirklich ununterbrochen zu beschäftigen, aber inzwischen klappt es erstaunlich gut. Und nicht nur die Kinder haben in diesen drei Wochen erstaunlich viel gelernt, wir als Lehrer auch: Die Kinder können jetzt einige Lieder auf Englisch und wir auch etliche auf Kisuaheli. Aber auch die andere Seite haben wir selbst erfahren: Wie schwierig es ist, ein autoritärer Lehrer zu sein, der sich durchsetzen und über zwanzig Kinder in Schacht halten kann.
Da es im Kindergarten leider kaum Material zum Lernen oder Spielen gibt, haben wir es uns von Beginn an zu unserer Aufgabe gemacht, in unserer Freizeit diese Materialien Herzustellen. So haben wir schon einen Ball, diverse Plakate und Memorykarten gebastelt. Bauklötze, weitere Bälle, ein Heft zum Schreibenlernen und diverse andere Beschäftigungsmöglichkeiten sind bereits in Arbeit.
Die letzten drei Wochen sahen allerdings ein wenig anders aus, da die Erzieherin operiert wurde und daher ausgefallen ist. Die Franzi und ich haben den Kindergarten quasi alleine geschmissen. Die ersten beiden Tage waren wir komplett alleine, aber es ist im absoluten Chaos geendet, da die Kinder uns nicht gehorcht haben. Bis zum Ende dieser Woche haben wir Unterstützung durch unsere Köchin bekommen (Franzi und sie haben quais ihre Jobs getauscht) Danach haben wir eine Unterstützung aus dem Ort bekommen, aber sie hat sich im Wesentlichen nur darum gekümmert, dass die Kinder halbwegs ruhig sind. Wir haben also den ganzen Unterricht selbst gestaltet und mussten auch die Teile der afrikanischen Erzieherin (Lücken durch Geschichten oder Lieder füllen) übernehmen. Anfangs fiel es uns noch recht schwer, die überdrehten KInder in den Griff zu bekommen und sie wirklich ununterbrochen zu beschäftigen, aber inzwischen klappt es erstaunlich gut. Und nicht nur die Kinder haben in diesen drei Wochen erstaunlich viel gelernt, wir als Lehrer auch: Die Kinder können jetzt einige Lieder auf Englisch und wir auch etliche auf Kisuaheli. Aber auch die andere Seite haben wir selbst erfahren: Wie schwierig es ist, ein autoritärer Lehrer zu sein, der sich durchsetzen und über zwanzig Kinder in Schacht halten kann.
Da es im Kindergarten leider kaum Material zum Lernen oder Spielen gibt, haben wir es uns von Beginn an zu unserer Aufgabe gemacht, in unserer Freizeit diese Materialien Herzustellen. So haben wir schon einen Ball, diverse Plakate und Memorykarten gebastelt. Bauklötze, weitere Bälle, ein Heft zum Schreibenlernen und diverse andere Beschäftigungsmöglichkeiten sind bereits in Arbeit.
Sonntag, 2. März 2014
Meine Arbeit in der Mangaka Secondary School
Wie schon des Öfteren erwähnt, unterrichte ich in der örtlichen Secondary School Englisch. Meine Klasse ist Form 3, also diejenigen, die in einem Jahr ihren Abschluss machen. Ich unterrichte 6 Stunden die Woche, jeweils drei Doppelstunden. In dieser Klasse sind insgesamt um die 70 Schüler, aber aus den unterschiedlichsten Gründen sind meist so an die 40 Schüler anwesend. An einem Tag waren es auch nur 10. Der Altersdurchschnitt sind ca. 16 Jahre, mache sind aber auch 15 oder 18. So, des waren jetzt die groben Rahmenbedingungen.
Meine Aufgabe ist es, ihnen Englisch beizubringen. Hier in Tansania ist zwar die zweite Landessprache Englisch und auch in der Secondary School werden alle Fächer auf Englisch unterrichtet, aber das heißt noch lange nicht, dass die Schüler die Sprache beherrschen. Ich versuche also in meinem Unterricht, sowohl den Schulstoff zu vermitteln als auch das Basisenglisch zu erweitern. Jede Unterrichtsstunde gibt es daher ein paar neue Vokabeln, die ihnen im alltäglichen Leben, aber vor allem auch in den anderen Fächern weiterhelfen sollen. Manchmal finde ich es echt erschreckend, dass die Schüler einen Aufsatz auf Englisch schreiben sollen, ihnen aber die alltäglichen Vokabeln fehlen. Zum Unterrichtsstoff des Lehrplans zählen Grammatik, Lese-und Hörverstehen, Analysen und das Schreiben von verschiedensten Texten, wie Essays, Briefe, Sachtexte (ganz ähnlich wie bei uns in Deutschland).
Teilweise ist es wirklich schwierig, den Unterrichtsstoff zu erklären, da den Schülern die nötigen englischen Vokabeln und mir die notwendigen Wörter auf Kisuaheli fehlen (teilweise existieren diese aber auch gar nicht). Glücklicherweise gibt es ein paar sehr gute Schüler, die dann entsprechend vermitteln können.
Momentan bringe ich den Schülern die Grundlagen der Textanalyse bei, was man dabei beachten muss und was für die spezifische Textsorte relevant ist. Auch habe ich ihnen Zeiten beigebracht und sie haben diverse Texte schreiben müssen, die ich dann meist übers Wochenende korrigiert habe. Ja, auch das gehört zum Job eines Lehrers dazu. Aufsätze und Tests korrigieren. Und der Unterricht muss auch immer gut vorbereitet werden, manchmal können so 80 Minuten Unterrichtszeit ziemlich lang sein.
Mir persönlich macht die Arbeit in der Secondary sehr viel Spaß. Ich bemühe mich sehr, den Schülern so viel wie möglich beizubringen, denn dem tansanischen Schulsystem mangelt es an einigem, auch an gut ausgebildeten Lehrern. Es ist schon erschreckend zu sehen, dass der normale Unterricht meist Monolog des Lehrers an der Tafel. Aber wie soll es anders gehen? Die Schüler haben nicht einmal Schulbücher, die einzigen vorhandenen Unterrichtsmaterialen sind eine Tafel und Kreide. Wir Lehrer haben Bücher, die eigentlich für die Schüler gedacht sind, also zwar mit Übungen, aber meist ohne richtige Lösung oder großartigen Beispielen.
Ich habe mir es angewohnt, ab und zu meinen Ipod mit in die Schule zu nehmen und mit den Schülern dann gemeinsam ein Lied zu analysieren. Es macht ihnen unglaublich viel Spaß, ich vermute mal, weil sie so etwas davor noch nicht gemacht haben. (Bei so einem Lied kann man auch ziemlich viel lernen: neue Vokabeln, Hörverstehensübungen, grammatikalische Phänomene,...) Mich freut es jedes Mal wahnsinnig zu sehen, wie glücklich die Schüler dabei sind und wie motiviert sie auf einmal mitarbeiten. Für mich ist es kein großer Aufwand, meinen Ipod mitzunehmen, aber wenn ich sehe, was ich damit bewirken kann, dann merke ich, dass es irgendwie gut ist, was ich hier tue....
Meine Aufgabe ist es, ihnen Englisch beizubringen. Hier in Tansania ist zwar die zweite Landessprache Englisch und auch in der Secondary School werden alle Fächer auf Englisch unterrichtet, aber das heißt noch lange nicht, dass die Schüler die Sprache beherrschen. Ich versuche also in meinem Unterricht, sowohl den Schulstoff zu vermitteln als auch das Basisenglisch zu erweitern. Jede Unterrichtsstunde gibt es daher ein paar neue Vokabeln, die ihnen im alltäglichen Leben, aber vor allem auch in den anderen Fächern weiterhelfen sollen. Manchmal finde ich es echt erschreckend, dass die Schüler einen Aufsatz auf Englisch schreiben sollen, ihnen aber die alltäglichen Vokabeln fehlen. Zum Unterrichtsstoff des Lehrplans zählen Grammatik, Lese-und Hörverstehen, Analysen und das Schreiben von verschiedensten Texten, wie Essays, Briefe, Sachtexte (ganz ähnlich wie bei uns in Deutschland).
Teilweise ist es wirklich schwierig, den Unterrichtsstoff zu erklären, da den Schülern die nötigen englischen Vokabeln und mir die notwendigen Wörter auf Kisuaheli fehlen (teilweise existieren diese aber auch gar nicht). Glücklicherweise gibt es ein paar sehr gute Schüler, die dann entsprechend vermitteln können.
Momentan bringe ich den Schülern die Grundlagen der Textanalyse bei, was man dabei beachten muss und was für die spezifische Textsorte relevant ist. Auch habe ich ihnen Zeiten beigebracht und sie haben diverse Texte schreiben müssen, die ich dann meist übers Wochenende korrigiert habe. Ja, auch das gehört zum Job eines Lehrers dazu. Aufsätze und Tests korrigieren. Und der Unterricht muss auch immer gut vorbereitet werden, manchmal können so 80 Minuten Unterrichtszeit ziemlich lang sein.
Mir persönlich macht die Arbeit in der Secondary sehr viel Spaß. Ich bemühe mich sehr, den Schülern so viel wie möglich beizubringen, denn dem tansanischen Schulsystem mangelt es an einigem, auch an gut ausgebildeten Lehrern. Es ist schon erschreckend zu sehen, dass der normale Unterricht meist Monolog des Lehrers an der Tafel. Aber wie soll es anders gehen? Die Schüler haben nicht einmal Schulbücher, die einzigen vorhandenen Unterrichtsmaterialen sind eine Tafel und Kreide. Wir Lehrer haben Bücher, die eigentlich für die Schüler gedacht sind, also zwar mit Übungen, aber meist ohne richtige Lösung oder großartigen Beispielen.
Ich habe mir es angewohnt, ab und zu meinen Ipod mit in die Schule zu nehmen und mit den Schülern dann gemeinsam ein Lied zu analysieren. Es macht ihnen unglaublich viel Spaß, ich vermute mal, weil sie so etwas davor noch nicht gemacht haben. (Bei so einem Lied kann man auch ziemlich viel lernen: neue Vokabeln, Hörverstehensübungen, grammatikalische Phänomene,...) Mich freut es jedes Mal wahnsinnig zu sehen, wie glücklich die Schüler dabei sind und wie motiviert sie auf einmal mitarbeiten. Für mich ist es kein großer Aufwand, meinen Ipod mitzunehmen, aber wenn ich sehe, was ich damit bewirken kann, dann merke ich, dass es irgendwie gut ist, was ich hier tue....
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