Freitag, 7. März 2014

Unsere Arbeit im Pfarrkindergarten

Das ist hier ja schließlich unsere Hauptaufgabe: die Mithilfe im Pfarrkindergarten. Mindestens einer von uns beiden ist immer im Pfarrkindergarten anwesend. Momentan sind 24 Kinder angemeldet, Tendenz seit unserer Ankunft: steigend. Die Erzieherin ist sehr nett zu uns und auch zu den KIndern, sie schlägt kaum, was hier in Tansania eine Seltenheit ist. Leider hat sie keine gute Ausbildung, sie ist daher eher für das Lieder singen und Geschichten erzählen zuständig und sie unterrichtet Kisuaheli. Englisch und Mathe bringen wir den Kindern bei. Eine typische Unterrichtstunde sieht dabei ungefähr so aus: Mathe. Zuerst werden die Zahlen eins bis zehn an die Tafel geschrieben und dann darf jedes Kind einzeln zählen. Danach wird noch etwas Zahlen lesen geübt. Dann kommt für die Größeren das einfache Rechnen, Plus und Minus bis zehn. Anschließend schreiben wir jedem Kind seinem Leistungsgrad entsprechend Übungen in sein Heft. Kisuaheli- und Englischunterricht sieht recht ähnlich aus: Zuerst Frontalunterricht an der Tafel (oft auch in spielerischer Form) und dann schreiben die Kinder in ihre Hefte. Darauf wird hier in Tansania besonders viel Wert gelegt, da die Eltern daran den Lernfortschritt ihrer Kinder sehen können. Nach zwei Stunden gibt es dann den langersehnten Uji, einen süßen Maisbrei, für die KInder. Danach wird meistens noch gespielt, gemalt oder wir beschäftigen die Kinder anderweitig, es werden viele Lieder gesungen, sowohl auf Kisuaheli als auch auf Englisch.
Die letzten drei Wochen sahen allerdings ein wenig anders aus, da die Erzieherin operiert wurde und daher ausgefallen ist. Die Franzi und ich haben den Kindergarten quasi alleine geschmissen. Die ersten beiden Tage waren wir komplett alleine, aber es ist im absoluten Chaos geendet, da die Kinder uns nicht gehorcht haben. Bis zum Ende dieser Woche haben wir Unterstützung durch unsere Köchin bekommen (Franzi und sie haben quais ihre Jobs getauscht) Danach haben wir eine Unterstützung aus dem Ort bekommen, aber sie hat sich im Wesentlichen nur darum gekümmert, dass die Kinder halbwegs ruhig sind. Wir haben also den ganzen Unterricht selbst gestaltet und mussten auch die Teile der afrikanischen Erzieherin (Lücken durch Geschichten oder  Lieder füllen) übernehmen. Anfangs fiel es uns noch recht schwer, die überdrehten KInder in den Griff zu bekommen und sie wirklich ununterbrochen zu beschäftigen, aber inzwischen klappt es erstaunlich gut. Und nicht nur die Kinder haben in diesen drei Wochen erstaunlich viel gelernt, wir als Lehrer auch: Die Kinder können jetzt einige Lieder auf Englisch und wir auch etliche auf Kisuaheli. Aber auch die andere Seite haben wir selbst erfahren: Wie schwierig es ist, ein autoritärer Lehrer zu sein, der sich durchsetzen und über zwanzig Kinder in Schacht halten kann.
Da es im Kindergarten leider kaum Material zum Lernen oder Spielen gibt, haben wir es uns von Beginn an zu unserer Aufgabe gemacht, in unserer Freizeit diese Materialien Herzustellen. So haben wir schon einen Ball, diverse Plakate und Memorykarten gebastelt. Bauklötze, weitere Bälle, ein Heft zum Schreibenlernen und diverse andere Beschäftigungsmöglichkeiten sind bereits in Arbeit.

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