Jetzt ist sie da: Die Regenzeit. Bereits in den letzten Wochen gab es immer wieder mal ein paar leichte Regenschauer. Heute haben wir dagegen unseren ersten richtig starken Zenitalregen erlebt. Es schüttet wie aus Kübeln, etwa eine halbe Stunde lang. Alles steht still. Die Einheimischen ziehen sich in die Häuser zurück oder suchen irgendwo Unterstand. Der Regen ist so laut, dass man kaum sein eigenes Wort versteht. Und was machen die jungen Deutschen? Stellen sich freiwillig mit ihren gesamten Klamotten in den Regen hinaus, bis sie völlig durchnässt sind, singen dazu irgendwelche Lieder und tanzen vergnügt vor sich hin. Gut, dass uns kaum jemand gesehen hat :) Aber erstaunlich, wie kalt der Regen war, wir haben ihn uns viel wärmer vorgestellt. Und auch die Luft ist abgekühlt, inzwischen wird es aber schon wieder sehr schnelll sehr warm. Aber jetzt heißt es vor allem: Auf die Tiere aufpassen. Nicht nur, dass es jetzt wesentlich mehr Moskitos geben wird, besonders im Dunkeln muss man jetzt noch vorsichtiger sein. Schlangen, Skorpione und Tausendfüßler werden durch die Wassermassen aus ihren Löchern gedrängt und suchen sich ihre Wege an die Oberfläche. Daher hoffen wir, immer an eine Taschenlampe zu denken, damit kein Unglück passiert...
Montag, 25. November 2013
Donnerstag, 21. November 2013
Ausflug in den Westen Tansanias
Wir hatten das Glück, die Zeit zu haben, ein paar Tage nach Namiungo zu fahren. Dieses kleine Dörfchen liegt etwa fünf Busstunden westlich von Masasi. Die Busfahrt war aber zum Glück nicht allzu langweilig, da es sehr faszinierend ist zu beobachten, wie sich die Landschaft und die Vegetation auf dem Weg nach Westen verändert. Es wird einerseits grüner, aber es ragen auch immer wieder riesige Steinfelsen aus dem Nichts in den Himmel empor. Ab und zu, also wirklich nur sehr selten, sind wir an kleinen Dörfern vorbeigefahren, bis wir schließlich in Namiungo angekommen sind. Dieses Dörfchen fanden wir einfach bezaubernd. Es sieht absolut genauso aus, wie man sich ein kleines, traditionelles Dorf Afrikas vorstellt oder wie es auch in Schulbüchern abgebildet wird: kleine rote Hütten aus Lehmziegeln mit Strohdächern, daneben ein kleiner Gemüsegarten und im Hntergrund große Palmen mit Kokosnüssen; Vereinzelte Ziegen, viele Mangobäume und auch ein paar ganz traditionelle Dukas (kleine Hausläden). Es gibt also wirklich noch Orte, in denen die Subsistenzwirtschaft funktioniert. Wir waren wirklich beide wie verzaubert von der Atmosphäre dieses in sich stimmigen, von der westlichen Welt quasi unberührten kleinen Flecken Erde. Um es auch so unberührt zu lassen, haben wir es vorgezogen, dort keine Fotos zu machen, worum ich um Verständnis bitte. Nun aber zu dem eigentlichen Grund, warum wir nach Namiungo gefahren sind: Dort befindet sich das Formation House der Salvatorianer. Das ist ein riesiges Gelände, mit vielen Ausbildungsstätten wie einer Krankenstation, einer Schreinerei, einem rießigen Gemüsegarten, vielen Plantagen, etlichen Tieren und um die 30 000 Cashewnuss-Bäume. Dort leben junge Männer, die gerne selbtst Salvatorianer werden wollen, für ungefähr ein Jahr, um das Leben in einem Orden auszuprobieren und zu einer endgültigen Entscheidung zu kommen. Wir haben sehr viele nette Menschen dort kennengelert und sind sehr froh, auf diese Weise in den Westen des Landes gekommen zu sein.
Sonntag, 17. November 2013
Mission: Griesbrei
Das Essen hier ist zwar an sich nicht schlecht, aber ab und zu möchte man doch zur Abwechslung auch einmal etwas aus der Heimat essen. Unsere Idee: Grießbrei. Das war allerdings nicht ganz so einfach. Bereits beim Einkaufen fingen die Probleme an. Was heißt Gries auf Kisuaheli? Der erste Versuch war dann auch zu unserer Enttäuschung Vollkornmehl. Nachdem wir über einen Monat jedes Mal, wenn wir im Supermarkt waren, nach Grieß gesucht haben, haben wir etwas sehr ähnliches entdeckt: Sooji. Das ist zwar nicht einhundertprozentig Grieß, aber es kommt ihm schon sehr ähnlich. Also haben wir uns am nächsten Morgen höchst motiviert an das Kochen begeben. Aber sobald wir die Sooji-Packung geöffnet hatten, das nächste Problem: Lauter Wadudus, also ganz viele schwarze Krabbeltierchen. Und diese hatten schon viele Eier gelegt, sodass auch bereits einige Larven enthalten waren. Aber das war uns dann auch schon egal. So gut es eben möglich war, wurden die schwazen Tierchen aus dem Grieß gefischt.Die Larven und die Eier wurden mitgekocht, da es uns nicht möglich war, sie vollständig herauszufischen.
In Afrika geht eben alles etwas langsamer, immer schön "pole pole". So ist es also auch nicht verwunderlich, dass wir zwei Monate gebraucht haben, bis wir unsere ersten Grießbrei kochen konnten.
In Afrika geht eben alles etwas langsamer, immer schön "pole pole". So ist es also auch nicht verwunderlich, dass wir zwei Monate gebraucht haben, bis wir unsere ersten Grießbrei kochen konnten.
Freitag, 8. November 2013
Fliegerlied, Ententanz, Rotes Pferd und Co.
Ja, ihr habt schon richtig gelesen. Das sind alles Titel von deutschen Kinderliedern. Und nicht nur in Deutschland finden diese Lieder große Begeisterung, auch hier in Tansania. Das Fliegerlied ist der absolute Favorit.
Ok, ich fang mal ganz von vorne an...
Wie ich bereits erwähnt habe, gehe ich donnerstags in die Primary School und unterrichte dort einen Chor. Dieser verleitet einen sehr zum Austausch der Kulturen. Ich bringe den Kindern deutsche und englische Lieder bei und im Gegenzug lerne ich Lieder auf Kisuaheli. Aber englische Lieder finden die Kinder nicht so interessant, die deutschen finden sie viel witziger. Und da eignen sich vor allem Lieder wie das Fliegerlied oder der Ententanz, ein nicht all zu schwerer Text und viele Bewegungen. Es macht mir unglaublich viel Spaß, gemeinsam mit den Kindern zu singen und zu tanzen. Und wenn der Unterricht dann vorbei ist, begleiten uns die Kinder noch nach Hause und unterwegs wird natürlich weitergesungen. Kleiner Nebeneffekt: Die Lieder verbreiten sich im ganzen Dorf. Heute habe ich in der Secondary School Englisch unterrichtet. Als ich aus dem Klassenzimmer gehen wollte, wurde ich von den Schülern gebeten, doch noch da zu bleiben und mit ihnen zu singen. Und dann haben ein paar Schüler angefangen, das Fliegerlied zu singen. Ich hätte vor Freude weinen können.
Und so kam es also, dass bald alle Einwohner von Chiungutwa das Fliegerlied singen werden. Und wer weis, vielleicht verbreitet es sich ja weiter...
Ok, ich fang mal ganz von vorne an...
Wie ich bereits erwähnt habe, gehe ich donnerstags in die Primary School und unterrichte dort einen Chor. Dieser verleitet einen sehr zum Austausch der Kulturen. Ich bringe den Kindern deutsche und englische Lieder bei und im Gegenzug lerne ich Lieder auf Kisuaheli. Aber englische Lieder finden die Kinder nicht so interessant, die deutschen finden sie viel witziger. Und da eignen sich vor allem Lieder wie das Fliegerlied oder der Ententanz, ein nicht all zu schwerer Text und viele Bewegungen. Es macht mir unglaublich viel Spaß, gemeinsam mit den Kindern zu singen und zu tanzen. Und wenn der Unterricht dann vorbei ist, begleiten uns die Kinder noch nach Hause und unterwegs wird natürlich weitergesungen. Kleiner Nebeneffekt: Die Lieder verbreiten sich im ganzen Dorf. Heute habe ich in der Secondary School Englisch unterrichtet. Als ich aus dem Klassenzimmer gehen wollte, wurde ich von den Schülern gebeten, doch noch da zu bleiben und mit ihnen zu singen. Und dann haben ein paar Schüler angefangen, das Fliegerlied zu singen. Ich hätte vor Freude weinen können.
Und so kam es also, dass bald alle Einwohner von Chiungutwa das Fliegerlied singen werden. Und wer weis, vielleicht verbreitet es sich ja weiter...
Mittwoch, 6. November 2013
Afrikanische Stoffvielfalt
Jeder kennt sicherlich Gerüchte über die Klamotten und Stoffe der Afrikaner: bunt, in vielen Farben, wallende Tücher und einfach eine einzige Farbenpracht.
Fazit: es stimmt.
Die Menschen hier tragen Klamotten und Tücher in allen möglichen Farben und Mustern. Das Gesamtbild sieht einfach wunderschön aus. Wir haben uns auch schon von dieser Farbpracht anstecken lassen. Es gibt Khangas, das sind große bunte Tücher, die man als Wickelrock, Kopftuch oder als Tuch tragen kann, es gibt weit über zweihundert Verwendungsmöglichkeiten. Dann gibt es noch Kitenge, das sind ebenfalls große bunte Stoffe. Aus diesen lässt man sich meist etwas schneidern; Kleider, Röcke, Blusen oder Taschen. Wenn man einen guten Schneider gefunden hat, was bei uns leider etwas gedauert hat, sodass die ersten Kleider letztendlich nur noch als Faschingskostüme verwendet werden können, kann man selbst sehr kreativ werden. Ein Glück, dass die Franzi gut zeichnen kann, sodass der Schneider unseres Vertrauens perfekte Vorlagen bekommen hat. Dann gibt es noch eine dritte Kategorie, das sind bunt bedruckte oder einfarbige Stoffe, die aus einem anderen Material sind und noch am ehesten den europäischen Standards entsprechen. Auf dem Markt gibt es von allen Stoffsorten riesige Auswahlen. Wir haben schon sehr viel Zeit in den Stoffläden verbracht, sind bereits Stammkunden und mit den Verkäufern per du. Es macht nämlich riesigen Spaß, sich für wenig Geld einen Stoff zu kaufen und diesen dann in ein wunderschönes Unikat verwandeln zu lassen.
Meine einzige Sorge: Was mache ich im August, wenn ich alles in meine Koffer packen muss? Ich habe jetzt schon drei Kleider, drei Röcke, mindestens acht Taschen und zehn Tücher. Und in meinem Zimmer liegen noch einige Stoffvorräte... ... ...
Fazit: es stimmt.
Die Menschen hier tragen Klamotten und Tücher in allen möglichen Farben und Mustern. Das Gesamtbild sieht einfach wunderschön aus. Wir haben uns auch schon von dieser Farbpracht anstecken lassen. Es gibt Khangas, das sind große bunte Tücher, die man als Wickelrock, Kopftuch oder als Tuch tragen kann, es gibt weit über zweihundert Verwendungsmöglichkeiten. Dann gibt es noch Kitenge, das sind ebenfalls große bunte Stoffe. Aus diesen lässt man sich meist etwas schneidern; Kleider, Röcke, Blusen oder Taschen. Wenn man einen guten Schneider gefunden hat, was bei uns leider etwas gedauert hat, sodass die ersten Kleider letztendlich nur noch als Faschingskostüme verwendet werden können, kann man selbst sehr kreativ werden. Ein Glück, dass die Franzi gut zeichnen kann, sodass der Schneider unseres Vertrauens perfekte Vorlagen bekommen hat. Dann gibt es noch eine dritte Kategorie, das sind bunt bedruckte oder einfarbige Stoffe, die aus einem anderen Material sind und noch am ehesten den europäischen Standards entsprechen. Auf dem Markt gibt es von allen Stoffsorten riesige Auswahlen. Wir haben schon sehr viel Zeit in den Stoffläden verbracht, sind bereits Stammkunden und mit den Verkäufern per du. Es macht nämlich riesigen Spaß, sich für wenig Geld einen Stoff zu kaufen und diesen dann in ein wunderschönes Unikat verwandeln zu lassen.
Meine einzige Sorge: Was mache ich im August, wenn ich alles in meine Koffer packen muss? Ich habe jetzt schon drei Kleider, drei Röcke, mindestens acht Taschen und zehn Tücher. Und in meinem Zimmer liegen noch einige Stoffvorräte... ... ...
Abonnieren
Kommentare (Atom)