Freitag, 23. Mai 2014
Die mit den hundert Namen
Eigentlich wollte ich diesen Blogeintrag schon seit meinem ersten Monat in Chiungutwa schreiben, aber immer ist etwas wichtigeres oder aktuelleres dazwischengekommen. Wie ja allseits bekannt ist, heiße ich Melanie. Für die Tansanier ist dieser Name allerdings sehr schwer, da er auf -i endet, was für Namen hier sehr ungewöhnlich ist. MIt Franziska hatten sie eigentlich noch nie ein Problem, da hier die meisten Namen auf -a enden. Ja, uns so ist es halt gekommen, dass ich im Laufe der Zeit sicher schon an die hundert verschiedenen Namen bekommen hab. Hier in Mangaka bin ich die Melania, das ist für mich auch in Ordnung, ich stell mich inzwischen auch selbst schon so vor. Aber es sind auch schon recht exotische Varianten vorgekommen, hier eine kleine Auswahl meiner absoluten Favoriten: Merema, Melone, Melena, Mirina,... Anfangs hat mich das ziemlich aufgerecht, aber inzwischen finde ich es einfach nur noch lustig. Und wer kann schon von sich behaupten, so viele verschiedene Namen zu haben?
Frühling, Sommer, Herbst und Winter
Ich wurde in der letzen Zeit des Öfteren gefragt, wie eigentlich momentan das Wetter bei uns hier so ausschaut. Jetzt, wo in Deutschland allmählich der Sommer anfängt, beginnt hier bei uns in Tansania auf der Südhalbkugel der Winter. Und selbst die Tansanier sagen, dass jetzt die kalte Jahreszeit anfängt. Und tatsächlich, in der Nacht ist es inzwischen schon so kalt, dass wir uns Wolldecken organisiert haben. Ich habe auch erste Anzeichen einer leichten Erkältung gespürt, die Franzi hatte eine richtig heftige Erkältung. Heute beim Frühstück hat der Father Colman gemeint, dass es jetzt wirklich kalt geworden ist. Ja, es ist wirklich kühl, aber trotzdem laufen wir immer noch barfuß und in T-Shirt rum. Als ich dann gemeint habe, dass es hier jetzt ungefähr so warm ist, wie bei uns in Deutschland im Hochsommer, war er ers mal ziemlich erstaunt. Ich bin sehr gespannt, wie kalt es hier wirklich noch wird, angeblich brauchen wir im Juli, wenn die kalte Jahreszeit ihren Höhepunkt erreicht hat, unbedingt lange Klamotten. Wir werden ja sehen.. :D
Freitag, 9. Mai 2014
Zähneputzen, Teil 2
Ja, am Dienstag war es also so weit und wir haben zum ersten Mal alle zusammen Zähne geputzt. Die Kinder waren völlig außer sich vor Freude über die Zahnbürsten. Auf die Frage, wie viele Kinder sich am Morgen bereits die Zähne geputzt haben, haben sich gerade mal zwei Kinder gemeldet. Und nur etwa die Hälfte aller Kinder besitzt zu Hause eine eigene Zahnbürste. Kein Wunder also, dass sie sich so wahnsinnig darüber gefreut haben, womit wir nicht gerechnet hätten. Beim allerersten Putzen konnten wir dann auch deutlich erkennen, welches Kind schon einmal eine Zahnbürste in der Hand hatte und wer sich noch nie die Zähne geputzt hat. Bei einigen hat das Zahnfleisch schon nach kürzester Zeit zu Bluten angefangen und bei einigen hat es ein Weilchen gedauert, bis sie verstanden haben, dass sie ihren Mund aufmachen müssen. Wir helfen den ganz kleinen Kindern beim Zähneputzen, aber jetzt, nach ein paar Tagen, kommen sie schon sehr gut alleine zu recht. Zur Veranschaulichung hat die Franziska einen Comic gezeichnet, wie das Zähneputzen funktioniert, wie viel Zahnpasta verwendet werden sollte und wann die Zähne geputzt werden sollten. Und siehe da, unser Einsatz zeigt erste Erfolge. Die Mutter eines Kindes hat die Erzieherin angerufen um ihr zu erzählen, dass ihr Sohn zu Hause nach jedem Essen auf eimal die Zähne putzt und schon die gesamte Zahnpasta aufgebraucht hat. Das ist doch ein gutes Zeichen. Ein anderes Kind hat den Comic sehr wörtlich genommen. Da erzählt der Zahnarzt: "Nimm so viel Zahnpasta wie eine Bohne groß ist." Was hat das Kind zu Hause gemacht und uns heute voller Stolz erzählt: Sie hat sich die Zahnbürste genommen, reichlich Zahnpasta draufgetan und obendrauf eine Bohne gelegt. Und sich dann so die Zähne geputzt.
Diese kleinen Erfolge zeigen uns, dass es eine gute Entscheidung war, das Projekt "Zähneputzen" in unserem Kindergarte in Mangaka einzuführen. Und auch, wenn die Kinder jetzt täglich mit uns gemeinsam die Zähne putzen, hoffen wir, dass sie dabei etwas für ihr Leben lernen. Denn schließlich sind unsere Zähne sehr wichtig und die medizinische Versorgung, regelmäßige Kontrollbesuche beim Zahnarzt oder Ähnliches gibt es in diesem Land nicht.
Diese kleinen Erfolge zeigen uns, dass es eine gute Entscheidung war, das Projekt "Zähneputzen" in unserem Kindergarte in Mangaka einzuführen. Und auch, wenn die Kinder jetzt täglich mit uns gemeinsam die Zähne putzen, hoffen wir, dass sie dabei etwas für ihr Leben lernen. Denn schließlich sind unsere Zähne sehr wichtig und die medizinische Versorgung, regelmäßige Kontrollbesuche beim Zahnarzt oder Ähnliches gibt es in diesem Land nicht.
Zähneputzen
Zähneputzen mag zwar lästig sein, aber sehr wichtig für die Gesundheit. Deshalb haben wir am Wochenende über dreißig Zahnbürsten und Zahnpasta eingekauft. Es ist nämlich erschreckend zu sehen, wie viele der Kindergartenkinder bereits extremstes Karies haben, besonders an den Schneidezähnen. Deshalb haben wir uns gedacht, wir machen es einfach wie in einem deutschen Kindergarten, nach dem Essen werden die Zähne geputzt. Zur Aufbewahrung der Zahnbürsten haben wir in den letzen Tagen ganz fleißig kleine Säckchen genäht. Und ab Montag wird es dann bei uns im Kindergarten in Mangaka nach dem Uji heißen: Zähneputzen. Father Colman und Bruder Bogdan waren von dieser Idee sehr angetan, da sie selbst sehr gut wissen, dass die Eltern ihr hartverdientes Geld nicht für so "überflüssige Sachen" wie Zahnbürste und vor allem Zahnpasta für ihr Kind ausgeben. Wir sind sehr gespannt, wie diese Idee im Kindergarten ankommt, bei den Eltern und vor allem bei den Kindern.
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