Jesus ist würdig, er ist auferstanden, Hallelujah.
So ungefähr lauten die Texte der Lieder, die wir am Ostersonntag gesungen haben. Dies war ein wirklich wunderbares Osterfest, wie es selbst der Pfarrer hier noch nicht erlebt hat. Alles begann mit dem Einzug in die Kirche. Vorne voran das Kreuz, dann zwölf tanzende Kinder, der tanzende Kirchenchor und dann die Monstranz. Diese zwölf Kinder haben den gesamten Gottesdienst über bei jedem Lied vor dem Altar getanzt. Sie hatten Festtagskleidung und bunte Tücher an. Wir vom Kirchenchor haben auch zu jedem Lied getanz und es waren so viele Mitglieder da wie noch nie.Von Beginn an war die Stimmung richtig ausgelassen und feierlich. Der Gottesdienst an sich ist genau wie bei uns in Deutschland verlaufen, mit zwei Ausnahmen der besonderen Art: Hier werden bei der Spendensammlung nicht nur Geldspenden, sondern auch Sachspenden hergegeben. Zu einem wunderschönen Lied sind wahnsinnig viele Menschen nach vorne gekommen oder besser gesagt eingezogen und haben ihre Gaben übergeben, unter Anderem Mais, Reis, Coca Cola, Bananen, Seife und sogar zwei lebendige Hühner, die Übergabe wurde regelrecht zelebriert. So viel hat der Pfarrer bisher noch nie bekommen. Und wie nicht anders zu erwarten, nach der Kommunion ist eines der beiden Hühner ausgebüchst und durch die Kirche gelaufen, wobei es natürlich lautstark krakeelt hat, bis es von den Ministranten eingefangen und in die Sakristei gesperrt wurde. Das zweite besondere Ereignis war ebenfalls nach der Kommunion, da wurde das besagte Lied "Jesu ni wema" gesungen. Das Lied dauerte bestimmt 10 Minuten, ich hab leider nicht den gesamte Text verstanden. Wir vom Chor haben einen ganz speziellen, choreographierten Tanz getanzt, der von Klatschen, mit dem Popo wackeln bis hin zu in die Luft springen reichte. Die Stimmung war wirklich ausgelassen. Alle haben geklatscht und getanzt, sogar der Pfarrer. Ich weis gar nicht genau, wie ich diesen Moment am besten beschreiben soll, die Stimmung lässt sich nicht wirklich in Worte fassen, es war einfach bezaubernd.
Wie in Deutschland auch wird am Ende des Gottesdienstes einigen Leuten für ihre Arbeit und Mitgestaltung gedankt. So wurde hier für die schöne Dekoration (die Lichterkette hatte ich ja bereits erwähnt), den Kindern und auch dem Kirchenchor gedankt. Und an dieser Stelle, wie hätte es auch anders sein können, wurde auch über uns "Weiße" geredet." Wie sehr wir doch inzwichen in den Chor integriert seien, dass wir von allen sehr herzlich aufgenommen wurden und viel Unterstützung bekommen". "Woher der Pfarrer dies wisse?""Am Anfang haben wir wir immer alle Lieder aufgeschrieben und ihn nach einigen Wörtern gefragt. Inzwischen verstehen wir die Texte aber bereits so gut, dass wir sogar zu Hause am Esstisch die Lieder zur CD mitsingen" So ein Lob ist ja an sich echt nett, aber vor mehreren hundert Leuten auch ein wenig peinlich. Wobei es uns doch ein wenig stolz gemacht hat.
Ja, das waren also meinen persönlichen Highlights des Osterfestes hier in Mangaka, einer jungen, aufkeimenden, stetig wachsenden Kirchengemeinde im Süden von Tansania.
Dienstag, 22. April 2014
Montag, 21. April 2014
Ostern auf afrikanisch
Das Osterfest. Hier in Tansania. An sich ist alles genau wie bei uns in Deutschland, aber doch so anders. Auch hier hat alles mit dem Aschermittwoch begonnen. Es gab zwar keinen Fasching, der ausgetrieben werden konnte. Aber nach diesem Festtag begann die Fastenzeit. Das hies hier für uns konkret: In der Kirche wird nur noch gesungen, es wurde nicht mehr dazu getanzt und es gab keine Trommeln und anderen Schepperinstrumente mehr. Für mich war die Umstellung am Anfang schon komisch, da ich persönlich gerade diese Art der Musik an den Gottesdiensten liebe. Umso mehr hab ich mich dann gefreut, die ganzen anderen Menschen übrigens auch, als am Palmsonntag mit der Palmprozession die Trommeln wieder Einzug in die Kirche erhalten haben. Ach ja, zur Palmprozession an sich: Mit Trommeln und echten Palmwedeln ging es geordnet im Gleichschritt und in Zweierreihen in die Kirche. Mit Weihrauch wurde dann ziemlich eigeheizt und die ausgelassene Stimmung ist in die Kirche zurückgekehrt. Zumindest für kurze Zeit. Für uns hies es dann die folgende Woche: Chorporoben, Chorproben, Chorproben. Hat aber richtig viel Spaß gemacht, mit vielen wunderschönen Lieder und tanzenden Kindern. Gründonnerstag gab es dann wie in Deutschland auch einen Gottesdienst mit Fußwaschung. Hier allerdings noch ganz traditionell: Es wurden zwölf Männern die Füße gewaschen. Übrigens gibt es hier auch nur männliche Ministranten. Karfreitag war dann wie gwöhnlich um drei Uhr nachmittags Kirche. Zuerst gab es einen Kreuzweg, dann hat der eigentliche Gottesdienst begonnen. Die Liturgie ist genau wie in Deutschland auch verlaufen. Bei der Kreuzverehrung wird allerdings ganz traditionell das Kreuz Jesu geküsst. Ja und dann am Karsamstag, um 9 Uhr abends, die Osternacht. Draußen wurde das Osterfeuer entzündet und mit Kerzen dann in die Kirche eingezogen. Nach allen acht Lesungen gab es dann das Hallelujah und die Glocken, Trommeln und Tänze sind in die Kirche zurückgekehrt. Die Kirche wurde tagsüber richtig schön geschmückt und deshalb wurden dann auch Lichterketten eingeschaltet. Die hatten schon eine ganz besondere Wirkung, die Afrikaner schienen alle hellauf begeistert, uns haben sie eher an Weihnachten erinnert. Jedenfalls wurde den Rest der Messe über regelrecht gefeiert, auch wenn die Kirche nicht besonders voll war. Den Grund dafür haben wir dann auch schnell erkannt, als der Gottesdienst um halb 12 beendet war: Es war stockfinsterste Nacht und man konnte nicht einmal die Hand vor Augen sehen. Straßenlaternen oder so gibt es hier nicht. Wir haben dann selbst zu Hause noch ein wenig Ostern gefeiert. Ostersonntag war dann um neun Uhr die große Messe, die in einem eigenen Bericht genauer dargestellt wird. Ja und heute, am Ostermontag, wurde das Weihwasser gesegnet und es gab die traditionelle Taufe. Es waren sechs Täuflinge. Auch wenn die Gottesdienste hier meist etwas länger dauern als in Deutschland (zwei Stunden ist hier normal, an Feiertagen dauerts dann meist noch etwas länger), war es ein wunderschönes, farbenfrohes und ereignisreiches Osterfest. Ich bin wirklich froh, diese Erfahrung gemacht haben zu dürfen und werde es sicher noch sehr sehr lange in guter Erinnerung erhalten.
Korruption
Oder "Warum wir nicht mehr in der Secondary School unterrichten dürfen"
Das ist eine lange Geschichte, ich fang am besten ganz vorne an. Inzwischen ist es an die zwei Monate her, dass die Franzi auf der Straße von zwei Polizisten der Einwanderungsbehörde aufgehalten wurde. Sie wollten, dass wir Passkopien noch an diesem Tag in ihr Office bringen. Ging aber nicht, da ich krank das Bett gehütet habe. Bruder Samuel hat dann für uns ganz viel rumtelefoniert und uns schließlich mitgeteilt, dass wir gar nichts machen müssen, schließlich sind wir gemeinsam direkt nach unserer Ankunft in Sämtliche Büros gegangen. Und falls sie wirklich dringend etwas von uns benötigen würden, müssten wir eine amtliche MItteilung durch einen Brief bekommen. Damit war die Sache für uns erledigt und wir haben es total vergessen. Vor ein paar Wochen sind die Franzi und ich gemeinsam in die Schule gefahren, um unsere Halbjahrestests abzuholen. Dann wurden wir allerdings aufgefordert, in das Büro des Direktors zu kommen, wo wir von ebendiesen beiden Polizisten höchst unfreundlich empfangen wurden. Ob wir sie nicht verstanden hätten und warum wir nicht ihren Anweisungen gefolgt seien. Wir haben ihnen zwar alles erklärt, aber sie waren nicht zufrieden, sodass Father Colman gekommen ist und die Angelegenheit für uns geregelt hat. Am nächsten Tag ist er dann auch in deren Büro und hat die gewünschten Passkopien vorbeigebracht. Leider hat er uns dann mitgeteilt, dass wir nicht mehr unterrichten dürften, wir hätten eigentlich nie unterrichten dürfen und allein dafür sollen wir als Strafe jeder von uns 400 US-Dollar zahlen!!! Und am nächsten Tag sollen wir doch gefälligst auch selbst in das Büro kommen, wir sollen uns die Verhaltensregeln anhören. Father Colman war sehr empört und richtig wütend. Gut, dass er viele Freunde hat, zu denen auch die ganz hohen Tiere gehören. So kam es, dass der oberste Chef dieses Bezirks den Immigration-Officer zurechtgewiesen hat. Wir haben bisher glücklicherweise nichts mehr von ihm gehört. Trotzdem halten wir es für das Beste, nicht mehr in der Secondary zu unterrichten, bevor wieder neuer Ärger entstehen kann. Wir finden es selbst total bedauerlich, da uns die Arbeit in der Schule unglaublich viel Spaß gemacht hat. Und auch die Schüler waren von uns als Lehrern total begeistert. Sie waren total entsetzt, als wir ihnen mitgeteilt haben, nicht mehr unterrichten zu können. Als sie aber den Grund erfahren haben, wir haben ihnen im Wesentlichen nur "Korruption" gesagt, hat sich niemand mehr getraut, Einspruch zu erheben, sondern sie haben es eben einfach so hingenommen. Es ist wirklich erschreckend, dass es noch Länder gibt, in denen Korruption herrscht. Aber noch viel erschreckender ist die Erfahrung, selbst Opfer der Korruption zu werden. Wir haben zwar keinen direkten Schaden, aber gerade solche Erlebnisse rufen Gefühle wie Wut, Hass und Zorn hervor. Selbst wenn es nur eine einzelne Person ist, in einem Land, in dem die Korruption vorherrscht, ist man dagegen machtlos.
Immerhin können wir noch in die Schule fahren, um die Schüler und die Lehrer, mit denen wir uns inzwischen richtig gut angefreundet haben, zu besuchen und ich werde sie auch weiterhin in Deutsch unterrichten, wenn auch nicht mehr ganz so regelmäßig.
Das ist eine lange Geschichte, ich fang am besten ganz vorne an. Inzwischen ist es an die zwei Monate her, dass die Franzi auf der Straße von zwei Polizisten der Einwanderungsbehörde aufgehalten wurde. Sie wollten, dass wir Passkopien noch an diesem Tag in ihr Office bringen. Ging aber nicht, da ich krank das Bett gehütet habe. Bruder Samuel hat dann für uns ganz viel rumtelefoniert und uns schließlich mitgeteilt, dass wir gar nichts machen müssen, schließlich sind wir gemeinsam direkt nach unserer Ankunft in Sämtliche Büros gegangen. Und falls sie wirklich dringend etwas von uns benötigen würden, müssten wir eine amtliche MItteilung durch einen Brief bekommen. Damit war die Sache für uns erledigt und wir haben es total vergessen. Vor ein paar Wochen sind die Franzi und ich gemeinsam in die Schule gefahren, um unsere Halbjahrestests abzuholen. Dann wurden wir allerdings aufgefordert, in das Büro des Direktors zu kommen, wo wir von ebendiesen beiden Polizisten höchst unfreundlich empfangen wurden. Ob wir sie nicht verstanden hätten und warum wir nicht ihren Anweisungen gefolgt seien. Wir haben ihnen zwar alles erklärt, aber sie waren nicht zufrieden, sodass Father Colman gekommen ist und die Angelegenheit für uns geregelt hat. Am nächsten Tag ist er dann auch in deren Büro und hat die gewünschten Passkopien vorbeigebracht. Leider hat er uns dann mitgeteilt, dass wir nicht mehr unterrichten dürften, wir hätten eigentlich nie unterrichten dürfen und allein dafür sollen wir als Strafe jeder von uns 400 US-Dollar zahlen!!! Und am nächsten Tag sollen wir doch gefälligst auch selbst in das Büro kommen, wir sollen uns die Verhaltensregeln anhören. Father Colman war sehr empört und richtig wütend. Gut, dass er viele Freunde hat, zu denen auch die ganz hohen Tiere gehören. So kam es, dass der oberste Chef dieses Bezirks den Immigration-Officer zurechtgewiesen hat. Wir haben bisher glücklicherweise nichts mehr von ihm gehört. Trotzdem halten wir es für das Beste, nicht mehr in der Secondary zu unterrichten, bevor wieder neuer Ärger entstehen kann. Wir finden es selbst total bedauerlich, da uns die Arbeit in der Schule unglaublich viel Spaß gemacht hat. Und auch die Schüler waren von uns als Lehrern total begeistert. Sie waren total entsetzt, als wir ihnen mitgeteilt haben, nicht mehr unterrichten zu können. Als sie aber den Grund erfahren haben, wir haben ihnen im Wesentlichen nur "Korruption" gesagt, hat sich niemand mehr getraut, Einspruch zu erheben, sondern sie haben es eben einfach so hingenommen. Es ist wirklich erschreckend, dass es noch Länder gibt, in denen Korruption herrscht. Aber noch viel erschreckender ist die Erfahrung, selbst Opfer der Korruption zu werden. Wir haben zwar keinen direkten Schaden, aber gerade solche Erlebnisse rufen Gefühle wie Wut, Hass und Zorn hervor. Selbst wenn es nur eine einzelne Person ist, in einem Land, in dem die Korruption vorherrscht, ist man dagegen machtlos.
Immerhin können wir noch in die Schule fahren, um die Schüler und die Lehrer, mit denen wir uns inzwischen richtig gut angefreundet haben, zu besuchen und ich werde sie auch weiterhin in Deutsch unterrichten, wenn auch nicht mehr ganz so regelmäßig.
Sonntag, 6. April 2014
Schuhe und Socken - für uns alltägliche Dinge
"Nein, ich weis meine Schuhgröße nicht - Ich kann mich nicht einmal an den Tag erinnern, wann ich das letzte Mal Schuhe anhatte!"
Ich war gerade dabei, Englischtests zu korrigieren, als der Father Colman auf mich zukam und mich gebeten hat, mit meiner Kamera ein paar Fotos für ihn zu machen. Kein Problem. Und dann hat er mir erklärt, dass er für zwei Schulkinder eine Uniform gekauft hat, da sie in zerlumpten Klamotten und ohne Schuhe von der Schule gekommen und an unserem Haus vorbeigegangen sind. Er hat erzählt, wie er das Mädchen gefragt hat, ob sie ihre Schuhgröße wisse und die Antwort war, wie oben angeführt, Nein, sie habe keine Ahnung und könne sich auch nicht an den Tag zurückerinnern, wann sie in ihrem Leben das letze Mal Schuhe anhatte. !!!
Wir sind dann zusammen nach draußen zu den beiden Kindern gegangen, ein ca. 12 jähriges Mädchen und ein ca. 14 jähriger Junge. Der Father Colman hat ihnen die neuen Klamotten ausgehändigt und ihnen beim Anziehen geholfen. Er hat das Mädchen gefragt, ob sie wisse, wie man Socken anzieht. Das Mädchen, vermutlich durch meine Anwesenheit etwas eingeschüchtert hat nur genickt und versucht, in die Socken reinzuschlüpfen. So kam es, dass ich dabei war, wie ein ca. 12 jähriges Mädchen zum ersten Mal in seinem Leben Socken angezogen hat. Ein wirklich einprägsames Erlebnis, das ich wohl nie vergessen werde.
Für uns gehören solche Sachen wie Schuhe und Socken von Geburt an zum Alltag dazu, unvorstellbar, keine Schuhe zu besitzen. Und hier sehe ich täglich einige Menschen, die barfuß rumlaufen, sicherlich nicht freiwillig. Selbst im Kindergarten haben wir Kinder, die ohne Schuhe kommen, egal bei welchem Wetter.
Ich war gerade dabei, Englischtests zu korrigieren, als der Father Colman auf mich zukam und mich gebeten hat, mit meiner Kamera ein paar Fotos für ihn zu machen. Kein Problem. Und dann hat er mir erklärt, dass er für zwei Schulkinder eine Uniform gekauft hat, da sie in zerlumpten Klamotten und ohne Schuhe von der Schule gekommen und an unserem Haus vorbeigegangen sind. Er hat erzählt, wie er das Mädchen gefragt hat, ob sie ihre Schuhgröße wisse und die Antwort war, wie oben angeführt, Nein, sie habe keine Ahnung und könne sich auch nicht an den Tag zurückerinnern, wann sie in ihrem Leben das letze Mal Schuhe anhatte. !!!
Wir sind dann zusammen nach draußen zu den beiden Kindern gegangen, ein ca. 12 jähriges Mädchen und ein ca. 14 jähriger Junge. Der Father Colman hat ihnen die neuen Klamotten ausgehändigt und ihnen beim Anziehen geholfen. Er hat das Mädchen gefragt, ob sie wisse, wie man Socken anzieht. Das Mädchen, vermutlich durch meine Anwesenheit etwas eingeschüchtert hat nur genickt und versucht, in die Socken reinzuschlüpfen. So kam es, dass ich dabei war, wie ein ca. 12 jähriges Mädchen zum ersten Mal in seinem Leben Socken angezogen hat. Ein wirklich einprägsames Erlebnis, das ich wohl nie vergessen werde.
Für uns gehören solche Sachen wie Schuhe und Socken von Geburt an zum Alltag dazu, unvorstellbar, keine Schuhe zu besitzen. Und hier sehe ich täglich einige Menschen, die barfuß rumlaufen, sicherlich nicht freiwillig. Selbst im Kindergarten haben wir Kinder, die ohne Schuhe kommen, egal bei welchem Wetter.
Unsere lieben Ziegen
Es gibt ja in der deutschen Sprache Beleidigungen wie "du blöde Kuh" oder "dumme Gans". Alles Aussagen, die ich nicht nachvollziehen kann. Was ich aber durch meine Erfahrung hier definitv sagen kann, ist, dass Ziegen wirklich dumm sind. Wir haben zwei Weibchen (beide trächtig), einen Bock und zwei Zicklein, also ziemlich viele Ziegen. Ich bin an sich ein absoluter Tierfreund, aber inzwischen sind diese Viecher zu meinen persönlichen Feinden geworden. Los gehts zum Beispiel beim Wäsche Waschen. Ich habe gerade Wäsche in einem Eimer mit ganz viel Waschpulver und Schaum und entferne mich nur wenige Meter, schon kommen diese dummen Viecher angerannt und trinken mein Waschwasser! Aber selbst wenn ich das Wasser ausschütte und neues hole, fangen die Ziegen an, meine nasse, bereits gewaschene Wäsche in einer Plastiktüte zu beschnuppern und sogar abzuschlabbern!! Also alles nochmal waschen. Selbst nach einigen geworfenen Stöcken kommen diese dämlichen Vieher wieder zurück. Aber nicht nur beim Wäschewaschen hat man seine liebe Mühe mit ihnen. Da wir bei uns im Hof eine Wasserpumpe haben, die auch von anderen Menschen benutzt wird, kommt es leider regelmäßig vor, dass ein Tor offen gelassen wurde. Die perfekte Gelegenheit für unsere lieben Ziegen, auszubüchsen. Und dann heißt es, sie wieder reinzuscheuchen, was in der prallen Mittagshitze ganz schön anstrengend sein kann. Einmal hatte ich Glück, dass mich eine befreundete Nachbarin gesehen und mir geholfen hat, die Viecher wieder heimzuscheuchen, da sie sogar so dumm waren und am Tor vorbeigelaufen sind und eine Extrarunde um die Kirche gedreht haben. Und wenn wir gerade bei der Kirche sind: Letze Woche, wir hatten gerade Chorprobe und waren in der Kirche, als unsere Chorleiterin zu lachen angefangen hat und zu uns gesagt hat, unsere Freunde seien gekommen. Und tatsächlich: Alle fünf Ziegen sind in die Kirche reinstolziert. Und das mehrere Male, auch nachdem diverse Schuhe nach ihnen geworfen wurden, bis die Franzi sie letztendlich wieder heimgescheucht hat. So, und jetzt soll noch einer behaupten, dass Gänse oder Kühe dumm sind. Aber trotz allem, ich hab die Ziegen trotzdem irgendwie lieb, wenn sie dich mit ihrem Dackelblick anschauen, vor allem die Kleinen...
Wieder mal kein Strom
Es tut mir leid, dass ich mich längere Zeit nicht gemeldet habe, aber wir hatten in Mangaka jetzt seit über zwei Wochen keinen Strom. Es kommt hier oft vor, dass bei Regen oder schlechter Witterung der Strom abgeschalten wird. Das ist zwar nervig, aber nicht weiter schlimm, da dies meist nur mehrere Stunden anhält. Jetzt sind mehrere Ereignisse gleichzeitig eingetreten (Regen, keine Möglichkeit, neuen Strom zu kaufen, da der einzige Computerfachmann der Stromfirma krank war, und schließlich ein Fehler im gesamten System), sodass wir seit über zwei Wochen keinen Strom mehr hatten. Mal sehen, wann es in Mangaka wieder Strom gibt.
Zwei Wochen ohne Strom? Ja, das ist möglich und man kann auch längere Zeit ohne Elektrizität leben. Wir haben das Glück, Solarlampen zu haben, sodass es abends nicht stockdunkel ist. Und die Franzi und ich haben glücklicherweise aus Deutschland Solarakkus mitgenommen, sodass wir wenigstens unsere Handys und Ipods aufladen können (vorausgesetzt, dass die Sonne scheint). Also an sich war es nicht weiter schlimm. Wir haben die Zeit genutzt und Materialien für den Kindergarten gebastelt, viel gelesen und Musik gehört. Beim Abendessen haben wir dann viele lange und sehr interessante Gespräche geführt. So haben wir auch sehr viel Neues (ja, auch nach über 8 Monaten in Tansania gibt es viele neue Sachen) über die Kultur hier erfahren. Wir hatten dann auch viel Zeit zum Nachdenken, was mir persönlich auch mal richtig gut getan hat. So gesehen hatte es nicht nur Schlechtes, keinen Strom zur Verfügung zu haben. Aber ab und zu haben wir beide uns schon sehr danach gesehnt, einfach mal den Laptop anzuschalten und einen guten Film anzuschauen....
Ergänzung: Heute (Freitag, 4.4.) haben hier in Tansania die Osterferien begonnen, momentan sind wir in Masasi und dann fahren wir weiter nach Dar es Salaam, sodass wir endlich mal wieder unsere gesamten Elektrogeräte aufladen können
Abonnieren
Kommentare (Atom)