Montag, 21. April 2014

Ostern auf afrikanisch

Das Osterfest. Hier in Tansania. An sich ist alles genau wie bei uns in Deutschland, aber doch so anders. Auch hier hat alles mit dem Aschermittwoch begonnen. Es  gab zwar keinen Fasching, der ausgetrieben werden konnte. Aber nach diesem Festtag begann die Fastenzeit. Das hies hier für uns konkret: In der Kirche wird nur noch gesungen, es wurde nicht mehr dazu getanzt und es gab keine Trommeln und anderen Schepperinstrumente mehr. Für mich war die Umstellung am Anfang schon komisch, da ich persönlich gerade diese Art der Musik an den Gottesdiensten liebe. Umso mehr hab ich mich dann gefreut, die ganzen anderen Menschen übrigens auch, als am Palmsonntag mit der Palmprozession die Trommeln wieder Einzug in die Kirche erhalten haben. Ach ja, zur Palmprozession an sich: Mit Trommeln und echten Palmwedeln ging es geordnet im Gleichschritt und in Zweierreihen in die Kirche. Mit Weihrauch wurde dann ziemlich eigeheizt und die ausgelassene Stimmung ist in die Kirche zurückgekehrt. Zumindest für kurze Zeit. Für uns hies es dann die folgende Woche: Chorporoben, Chorproben, Chorproben. Hat aber richtig viel Spaß gemacht, mit vielen wunderschönen Lieder und tanzenden Kindern. Gründonnerstag gab es dann wie in Deutschland auch einen Gottesdienst mit Fußwaschung. Hier allerdings noch ganz traditionell: Es wurden zwölf Männern die Füße gewaschen. Übrigens gibt es hier auch nur männliche Ministranten. Karfreitag war dann wie gwöhnlich um drei Uhr nachmittags Kirche. Zuerst gab es einen Kreuzweg, dann hat der eigentliche Gottesdienst begonnen. Die Liturgie ist genau wie in Deutschland auch verlaufen. Bei der Kreuzverehrung wird allerdings ganz traditionell das Kreuz Jesu geküsst. Ja und dann am Karsamstag, um 9 Uhr abends, die Osternacht. Draußen wurde das Osterfeuer entzündet und mit Kerzen dann in die Kirche eingezogen. Nach allen acht Lesungen gab es dann das Hallelujah und die Glocken, Trommeln und Tänze sind in die Kirche zurückgekehrt. Die Kirche wurde tagsüber richtig schön geschmückt und deshalb wurden dann auch Lichterketten eingeschaltet. Die hatten schon eine ganz besondere Wirkung, die Afrikaner schienen alle hellauf begeistert, uns haben sie eher an Weihnachten erinnert. Jedenfalls wurde den Rest der Messe über regelrecht gefeiert, auch wenn die Kirche nicht besonders voll war. Den Grund dafür haben wir dann auch schnell erkannt, als der Gottesdienst um halb 12 beendet war: Es war stockfinsterste Nacht und man konnte nicht einmal die Hand vor Augen sehen. Straßenlaternen oder so gibt es hier nicht. Wir haben dann selbst zu Hause noch ein wenig Ostern gefeiert. Ostersonntag war dann um neun Uhr die große Messe, die in einem eigenen Bericht genauer dargestellt wird. Ja und heute, am Ostermontag, wurde das Weihwasser gesegnet und es gab die traditionelle Taufe. Es waren sechs Täuflinge. Auch wenn die Gottesdienste hier meist etwas länger dauern als in Deutschland (zwei Stunden ist hier normal, an Feiertagen dauerts dann meist noch etwas länger), war es ein wunderschönes, farbenfrohes und ereignisreiches Osterfest. Ich bin wirklich froh, diese Erfahrung gemacht haben zu dürfen und werde es sicher noch sehr sehr lange in guter Erinnerung erhalten.

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