Vielleicht haben sich Einige von euch bereits gewundert, warum ich in letzter Zeit nichts mehr über meine Arbeit in Chiungutwa berichtet habe. Den Hintergrund möchte ich in diesem Blogeintrag genauer erklären. Wie vielleicht aus alten Berichten schon hervorgegangen ist, kamen wir beide als erste Freiwillige nach Chiungutwa, wo Vieles fehlte. So war das Leben nicht immer einfach, insbesondere was die Lebensumstände anging. Wir hatten beispielsweise nach über zwei Monaten immer noch keinen Schrank.
Zu diesen Problemen, die wir anfangs noch als aufregend und abenteuerlich angesehen haben, kamen noch gesundheitliche Probleme hinzu. Zu oft Malaria, Parasiten und andere Krankheiten, die nicht zuletzt durch den Mangel an sauberem Wasser verursacht wurden. Leider gab es auch auf der zwischenmenschlichen Ebene mit dem Ansprechpartner Schwierigkeiten. Ende Oktober haben sich all diese Probleme verstärkt und das Leben in Chiungutwa war für uns beide keine Freude mehr. Wir haben viele Gespräche mit unseren Betreuungspersonen in Deutschland und in Masasi geführt und Anfang November wurde beschlossen, dass wir unsere Sachen packen und erst einmal nach Masasi gehen. Jetzt sind die Verantwortlichen daran, für uns neue Einsatzstellen zu suchen. Dort werden wir dann Anfang Januar, nach den großen Ferien, unter hoffentlich besseren Bedingungen leben und das MaZ-Jahr und den Freiwilligendienst mit neuer Freude fortsetzen.
Aber auch wenn die Zeit in Chiungutwa nicht immer einfach war, bin ich froh, dort gewesen zu sein. Wir durften sehr viele Erfahrungen sammeln, sind selbst an unsere eigenen Grenzen gestoßen und haben sehr viel dazu gelernt. Und es gab neben diesen Herausforderungen und Problemen doch sehr viele schöne Momente, die nicht in den Hintergrund gedrängt werden sollen. Die Arbeit im Kindergarten und in den Schulen, der Kontakt zu den Menschen, die Besuche bei den Nachbarn, das Spielen mit den Kindern, Duschen unter klarem Sternenhimmel, ..., all das sind unvergessliche Momente. Deshalb bereue ich es auch in keinster Weise, das Leben in Chiungutwa probiert zu haben. Aber es gab so viele Probleme, es war teilweise echt eine Qual, am Sonntagnachmittag wieder nach Chiungutwa zurückzukehren, nachdem man sich in Masasi halbwegs erholt und neue Kraft getankt hatte.
Die Entscheidung, aus Chiungutwa wegzugehen, war mit allen Beteiligten abgesprochen und ist erst nach einem langen Prozess des gemeinsamen Dialogs, erneuter Veränderungsversuche und Kompromisse getroffen worden. Trotz der vielen Probleme war der Aufbruch für uns nicht leicht, da wir doch bereits Freunde gefunden hatten.
Die Übergangsphase, bis wir in einer neuen Einsatzstelle anfangen können, verbringen wir in Masasi. Um nicht nur untätig rumzusitzen, helfen wir bei der Garten-, Haus-, und Feldarbeit mit.
In den nächsten Tagen werden wir noch einmal nach Chiungutwa fahren und uns von allen unseren Freunden, Kindergartenkindern und Schülern in Ruhe verabschieden. Unser Weggang verlief nämlich relativ schnell, sodass dafür keine Zeit mehr geblieben ist.
Ich hoffe, dass ich mit diesem etwas längeren Blogeintrag einen Einblick in unsere momentane Situation geben konnte und bitte auch um Verständnis für diese unerwarteten Entwicklungen.
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